Krausenbechhofen/Bayern. Von Reisestrapazen und Sprachbarrieren, missglückter Völkerverständigung und mehr
Wie Ihr seht, sind wir wieder heil zu Hause
angekommen – nach einer langen, nervenaufreibenden Heimreise. Als wir in
Boston in das Flugzeug nach Paris stiegen, war die Laune eh schon etwas
getrübt (Nikotinentzug und die Aussicht auf weitere sechs Stunden ohne
Zigarette). Eigentlich hatten wir für den Rückflug Plätze in einer
Zweierreihe reserviert, so dass wir sowohl am Fenster als auch am Gang
sitzen (wie bei der Hinreise). Dummerweise wurde ja unsere Heimflugroute
geändert, so dass wir plötzlich nicht mehr mit KLM unterwegs waren
sondern den Händen von Air France ausgeliefert waren. Die Maschine hatte
eine 3-4-3-Sitzaufteilung, wir saßen in der Viererreihe – und zwar
genau mittig. Kein Fenster, kein Gang, eingepfercht wie Schlachtvieh, an
Schlaf war nicht zu denken. Ich war ziemlich angenervt (habe die
Situation aber schweigend hingenommen), während John lauthals schimpfend
auf sich aufmerksam machte – das F-Wort fiel auch mehrmals.
Als besonders störend empfanden wir die bekannte
Auffassung der Franzosen, dass ihre Sprache die einzig gültige ist, und
wer diese nicht beherrscht, hat halt Pech gehabt. Sämtliche Durchsagen
waren auf Französisch, dann gab es eine knappe und zudem leider völlig
unverständliche englische Übersetzung, das war’s dann (hätte der Flieger
spontan Kurs auf Timbuktu genommen, wir hätten nichts davon
mitgekriegt). Es gab einen Film (Prince of Persia) und eine Arte-mäßige
Dokumentation über den Fußballnachwuchs in Frankreich – ein Kanal war
natürlich auf Französisch, der andere englisch synchronisiert,
allerdings ohne den Originalton auszublenden, so dass man wieder kein
Wort verstanden hat. Außerdem gab es noch acht Radiostationen die
ausschließlich französische Musik gespielt haben, egal ob Pop, Chansons
oder Easy Listening (Rock gibt’s bei denen scheinbar gar net) – alles
wurde in Landessprache gesungen.
Gerade als wir uns über diese Unsitte der Franzosen
aufregten, anderen ihre Kultur aufzuzwingen, wurde das Essen serviert.
Ich wurde von der Stewardess im rechten Gang bedient, die – oh Wunder –
tatsächlich fragte, ob man „beef“ oder „fish“ wollte. Kurz darauf
wendete sich der Flugbegleiter im linken Gang an John und fragte im
tiefsten nasalen Französisch „le boeuf ou le poisson, Monsieur?“,
woraufhin John stirnrunzelnd und voller Verachtung „I asume you just
asked me if I wanted the beef or the fish“ antwortete und noch ein „I
want the beef!“ hinterherbellte. Eine göttliche Situation die –
zumindest mir – die gute Laune zurückbrachte.
Nach den längsten sechs Stunden unseres Lebens waren
wir dann endlich in Paris, das freundliche „A bientot“ auf dem Monitor
quittierte John – dann schon deutlich besser gelaunt – mit einem
trockenen „Ja, ich bien jetzt auch tot.“ Dann eilten wir (den
französischen Schildern folgend) zum nächsten Terminal und schon ging’s
weiter nach Nürnberg – wieder mit Air France, aber diesmal hat der Flug
nur eine Stunde gedauert und war somit leichter zu ertragen. In Nürnberg
wurden wir von meinem Vater und zu Hause dann von meiner Mutter
herzlich in Empfang genommen, und dann ging’s nach einem insgesamt fast
24-stündigen Heimreise-Marathon erstmal für ein paar Stunden in die
Falle.
So, das war’s erst einmal mit der
Live-Berichterstattung unserer USA-Reise, wir danken Euch für Euer
Interesse, das Lob und die aktive Teilnahme! Aber selbstverständlich ist
hier noch nicht Schluss, wir haben noch jede Menge Material und auch
Bilder für ein paar „Outtakes“, die wir in unseren Berichten aus
Zeitmangel noch nicht ausführlicher beschreiben konnten. Schaut also
gelegentlich mal wieder hier vorbei, es gibt noch viel zu berichten!
Merci et a bientot,

Hallo ihr zwei,schön daß Ihr wieder da seit, ich freu mich schon, euch wieder zu sehn :)
AntwortenLöschenHallo Barbara und John !
AntwortenLöschenIch habe gerade Euere Photos und Berichte genossen und mich dabei gerne an unsere eigenen USA Reisen erinnert. In Orlando waren wir vor jetzt schon 10 Jahren auch mal, natürlich auch im Magic Kingdom. Ihr müsst unbedingt auch mal den "Süd-Westen" machen. Da gibt esdefinitiv keine Landschaften, die an die Fränkische Heimat erinnern
Viele Grüße von Jürgen
Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihren Eintrag! Es ist mir ganz peinlich, dass Sie soviel Spam hier vorgefunden haben, ich hab jetzt mal wieder aufgeräumt :) Der Westen steht für nächstes Jahr auf dem Programm, entweder die California- oder die Las Vegas/Grand Canyon-Tour. Und der Laptop geht natürlich auch wieder mit :)
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