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Mittwoch, 1. August 2012

That's all Folks!

K-town, Germany.

So, seit Montag Nachmittag sind wir nach fast fünf aufregenden Wochen in Amerika wieder zu Hause in Deutschland, und seit gestern Abend haben wir auch wieder Internet (leider hatte unser Router während unserer Abwesenheit den Geist aufgegeben).

Die letzten Tage in Royal Oak vergingen wie im Fluge: bis in die frühen Morgenstunden haben wir geplaudert und Karten gespielt, tagsüber stand last minute-shopping auf dem Programm. Am Freitag Abend waren wir nochmal mit Brendan auf der Pferderennbahn, weil's uns dort beim ersten mal gar so gut gefallen hat :) Am Sonntag mussten wir dann leider schon Abschied nehmen, und natürlich sind auch reichlich Tränen geflossen. Der Rückflug mit Delta bzw. KLM von Detroit über Amsterdam nach Nürnberg verlief unspektakulär, und da Johns Kopfhöreranschluss im Flieger leicht defekt war, bekommen wir beide demnächst auch noch eine Gutschrift von jeweils 150 Dollar - schon lustig, da mein Kopfhörer ja einwandfrei funktionierte!

Wir hoffen, dass wir Euch mit unseren Berichten gut unterhalten haben und freuen uns schon auf die nächste große Reise, dann hoffentlich nach Las Vegas. Zum Abschluss eine letzte Best-of-Collage:


Have a good one! :)

Freitag, 10. September 2010

Back in K-Town

Krausenbechhofen/Bayern. Von Reisestrapazen und Sprachbarrieren, missglückter Völkerverständigung und mehr

Wie Ihr seht, sind wir wieder heil zu Hause angekommen – nach einer langen, nervenaufreibenden Heimreise. Als wir in Boston in das Flugzeug nach Paris stiegen, war die Laune eh schon etwas getrübt (Nikotinentzug und die Aussicht auf weitere sechs Stunden ohne Zigarette). Eigentlich hatten wir für den Rückflug Plätze in einer Zweierreihe reserviert, so dass wir sowohl am Fenster als auch am Gang sitzen (wie bei der Hinreise). Dummerweise wurde ja unsere Heimflugroute geändert, so dass wir plötzlich nicht mehr mit KLM unterwegs waren sondern den Händen von Air France ausgeliefert waren. Die Maschine hatte eine 3-4-3-Sitzaufteilung, wir saßen in der Viererreihe – und zwar genau mittig. Kein Fenster, kein Gang, eingepfercht wie Schlachtvieh, an Schlaf war nicht zu denken. Ich war ziemlich angenervt (habe die Situation aber schweigend hingenommen), während John lauthals schimpfend auf sich aufmerksam machte – das F-Wort fiel auch mehrmals.

Als besonders störend empfanden wir die bekannte Auffassung der Franzosen, dass ihre Sprache die einzig gültige ist, und wer diese nicht beherrscht, hat halt Pech gehabt. Sämtliche Durchsagen waren auf Französisch, dann gab es eine knappe und zudem leider völlig unverständliche englische Übersetzung, das war’s dann (hätte der Flieger spontan Kurs auf Timbuktu genommen, wir hätten nichts davon mitgekriegt). Es gab einen Film (Prince of Persia) und eine Arte-mäßige Dokumentation über den Fußballnachwuchs in Frankreich – ein Kanal war natürlich auf Französisch, der andere englisch synchronisiert, allerdings ohne den Originalton auszublenden, so dass man wieder kein Wort verstanden hat. Außerdem gab es noch acht Radiostationen die ausschließlich französische Musik gespielt haben, egal ob Pop, Chansons oder Easy Listening (Rock gibt’s bei denen scheinbar gar net) – alles wurde in Landessprache gesungen.

Gerade als wir uns über diese Unsitte der Franzosen aufregten, anderen ihre Kultur aufzuzwingen, wurde das Essen serviert. Ich wurde von der Stewardess im rechten Gang bedient, die – oh Wunder – tatsächlich fragte, ob man „beef“ oder „fish“ wollte. Kurz darauf wendete sich der Flugbegleiter im linken Gang an John und fragte im tiefsten nasalen Französisch „le boeuf ou le poisson, Monsieur?“, woraufhin John stirnrunzelnd und voller Verachtung „I asume you just asked me if I wanted the beef or the fish“ antwortete und noch ein „I want the beef!“ hinterherbellte. Eine göttliche Situation die – zumindest mir – die gute Laune zurückbrachte.

Nach den längsten sechs Stunden unseres Lebens waren wir dann endlich in Paris, das freundliche „A bientot“ auf dem Monitor quittierte John – dann schon deutlich besser gelaunt – mit einem trockenen „Ja, ich bien jetzt auch tot.“ Dann eilten wir (den französischen Schildern folgend) zum nächsten Terminal und schon ging’s weiter nach Nürnberg – wieder mit Air France, aber diesmal hat der Flug nur eine Stunde gedauert und war somit leichter zu ertragen. In Nürnberg wurden wir von meinem Vater und zu Hause dann von meiner Mutter herzlich in Empfang genommen, und dann ging’s nach einem insgesamt fast 24-stündigen Heimreise-Marathon erstmal für ein paar Stunden in die Falle.

So, das war’s erst einmal mit der Live-Berichterstattung unserer USA-Reise, wir danken Euch für Euer Interesse, das Lob und die aktive Teilnahme! Aber selbstverständlich ist hier noch nicht Schluss, wir haben noch jede Menge Material und auch Bilder für ein paar „Outtakes“, die wir in unseren Berichten aus Zeitmangel noch nicht ausführlicher beschreiben konnten. Schaut also gelegentlich mal wieder hier vorbei, es gibt noch viel zu berichten!

Merci et a bientot,


Montag, 16. August 2010

Last Stop: Mediamarkt. Again.

Eigentlich war nicht geplant, dass wir uns nochmal aus Deutschland melden, aber folgende kleine Anekdote wollten wir euch dann doch nicht vorenthalten: Während wir uns noch Sorgen machen, dass man unseren Laptop bei der Einreise konfiszieren könnte, wurde unser nagelneuer, hübscher, hochwertiger und völlig überteuerter Laptop-Rucksack bereits vor der Abreise konfisziert…

Wir hatten das Teil vor einigen Monaten beim Mediamarkt extra für diese Reise gekauft und es bisher noch nicht benutzt. Gestern nun wollten wir also das gute Stück hervorholen, doch der Rucksack war… verschwunden. Wie sich später herausstellte, hat er schon vor zwei Wochen die Reise nach Österreich angetreten. Natürlich nicht allein, sondern in Begleitung meiner Eltern. Offenbar war mein Vater nicht mit dem Rucksack einverstanden, den meine Mutter ihm bereitgelegt hatte, und stieß bei der Suche nach Alternativen natürlich auf unser „Schnäppchen“. Im Kreuzverhör gestern Abend am Telefon kam heraus, dass mein Vater dachte, meine Mutter hätte das Teil mal wieder bei einem Schafkopfrennen gewonnen. Hat sich noch gefreut, wie groß und schön der Rucksack ist…

Tja, und während meine Eltern mit unserem guten Laptop-Rucksack durch die Alpen wandern und darin ihre Wurstbrötchen und Apfelschorlen transportieren, standen John und ich heute Morgen also abermals im Mediamarkt, um ein zweites Mal den gleichen Rucksack zu kaufen. Logisch, dass es den nur mittlerweile nicht mehr gab, aber davon war ja auszugehen (ist ja Wandersaison). Jetzt haben wir also eine Umhängetasche – nagelneu, hübsch, hochwertig und völlig überteuert … perfekt!!

So, morgen früh um 6:50 Uhr geht der Flieger – hoffentlich bringen wir die Zeit bis dahin pannenfrei rum, so dass der nächste Bericht planmäßig spätestens am Mittwoch live aus Michigan erfolgen kann.

Bis bald in alter Frische,



PS: danke übrigens für die bisherigen Einträge im Gästebuch!

Donnerstag, 5. August 2010

Guten Morgen Welt!!!

…und herzlich willkommen auf der brandneuen my-milliways.de-Sonderseite zu unserer diesjährigen USA-Reise! Wie Ihr seht, hab ich dem Milliways extra zu diesem Anlass ein schickes weißes Kleidchen angezogen und der „dunklen Seite der Macht“ (vorübergehend) den Rücken gekehrt.

Wenn alles gut läuft, solltet Ihr hier in den nächsten Wochen regelmäßig Zwischenberichte und Fotos unserer Reise finden. Die wichtigsten Formalitäten sind geregelt: Flug und Mietwagen sind gebucht, Kreditkarte, Reisepass und internationaler Führerschein liegen bereit, die Auslandskrankenversicherung ist abgeschlossen und der seit 2009 obligatorische online-Antrag auf visumfreie Einreise (ESTA) wurde gestellt und ist bereits genehmigt. Auf meinem Nachttisch stapeln sich seit Monaten Reiseführer, Reiseberichte und diverse Schmöker zu Geschichte, Politik, Kultur und Gesellschaft in den USA.

Mein Favorit ist Bill Brysons Kolumnensammlung „Streiflichter aus Amerika: Die USA für Anfänger und Fortgeschrittene“. In einem amüsanten Artikel zum statistischen Jahrbuch der Vereinigten Staaten fand ich folgende schockierenden Zahlen: 40 000 Amerikaner verletzen sich jährlich auf Betten, Matratzen und Kissen, unglaubliche 400 000 an Sesseln, Sofas oder Schlafcouchen. Unschlagbar: 142 000 Idioten erleiden Verwundungen durch ihre Kleidung! Tränenlachend las ich Bill Brysons Mutmaßungen, ob es sich dabei wohl um komplizierte Schlafanzugfrakturen oder Trainingshosenhämatome handeln mag. Dennoch hab ich angesichts dieser Fakten ein bisschen Muffensausen, wenn man bedenkt, dass ich selbst mir ja erst letztens beim Beinerasieren in die Nase geschnitten habe. Solche Sachen können schon mal passieren. Dass Detroit (unser erster Stopp) die Stadt mit der höchsten Kriminalitätsrate in den USA ist, macht dabei das Kraut auch nicht weiter fett – was kümmert mich ein bewaffneter Straßenräuber, wenn im Haus ein bösartiges Sofa lauert?

So, genug geplaudert – hier kommt der Plan: am 17. August fliegen wir in den frühen Morgenstunden von Nürnberg über Amsterdam nach Detroit/Michigan, wo wir die ersten beiden Wochen bei John’s Familie in Royal Oak verbringen werden. Vielleicht machen wir von dort aus einen kurzen Abstecher nach Kanada zu den Niagara-Fällen. Ende des Monats geht’s dann mit dem Auto auf dem „Dixie Highway“ I-75 zunächst über Ohio nach Kentucky, wo weitere Verwandte wohnen, und zudem einige Fragen zu klären sind: Ist der „Blue Moon of Kentucky“ wirklich blau? Und gibt es überhaupt grüne Wiesen im Bluegrass-State? Von da aus fahren wir weiter nach Tennessee, und nach einem kurzen Hallo bei John’s Onkel Ray geht’s schnurstracks nach Nashville, der Welthauptstadt der Country-Musik. Danach führt uns unser Weg entweder durch Alabama oder Georgia direkt nach Orlando/Florida, wo wir den Rest unseres Urlaubs verbringen werden. Disney-World und die Universal-Studios sind fest eingeplant, möglicherweise auch ein kleiner Ausflug nach Daytona Beach zur legendären Rennstrecke oder – falls noch Zeit ist – sogar bis runter nach Miami. Am 9. September geht’s dann wieder mit dem Flugzeug über Detroit und Amsterdam zurück nach Nürnberg.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass der Laptop nicht gleich bei der Einreise konfisziert wird (soll schon vorgekommen sein) – wär ja super peinlich, wenn wir hier im Vorfeld groß die Werbetrommel für diese Seite rühren und dann kein einziger Bericht folgt! Ansonsten freuen wir uns natürlich über jeden Eintrag im Gästebuch und eines ist ganz klar: sollte John von einer Matratze gebissen werden oder ich mir einen Nerv in meiner Jeans einklemmen, werdet Ihr es hier als Erste erfahren. Versprochen!