War das heute wieder eine aufregende Fahrt! Zwischen San Simeon und Monterey zeigt sich der Highway No.1 von seiner schönsten Seite: Ähnlich einem Alpenpass schlängelt sich die Straße die Berge auf und ab, während man auf der linken Seite die steil abfallenden Klippen und die rauschende Brandung bewundern kann, die weißen Sandstrände gibt's hier kaum noch. Kleine Parkbuchten entlang der Strecke laden zum Anhalten, Staunen und Fotografieren ein.
Das Erstaunliche für uns war, dass es entlang der Route - anders als sonst - keine Fastfoodbuden, keine billigen Souvenirläden, keine Hotels, keine Megasupermärkte, und ja: leider auch nicht soviele Tankstellen gab. Bislang scheint dieser Abschnitt des Highway No. 1 seltsamerweise vom Tourismus und dem Konsumwahn verschont geblieben zu sein, möge es noch lange so bleiben!
Um diese Etappe zu fahren, muss man sich gut rüsten: also vielleicht einen Snack einpacken, ein paar Getränke, das Auto tanken und vorher nochmal auf's Klo gehen :) Leider hatte uns das keiner gesagt. Die gute Nachricht: wir hatten Snacks dabei (einen Riesenbeutel mit 20 einzeln verpackten Chipstüten verschiedener Geschmacksrichtungen), das war's dann auch. Meine Cola light war schon lange ausgetrunken und wollte wieder entsorgt werden, da tauchte gottseidank das Big Sur Coast Gallery Café wie ein Lichtstreifen am Horizont auf. In der Galerie konnte man u.a. kunterbunte Vogelhäuser in interessanter Form bewundern (ab 90 Dollar pro Stück) - Papa, so eines hätte ich gern, kannst Du mir sowas bauen (Foto siehe unten)? Gerade als wir uns - mit Kuchen gestärkt und Getränken versorgt - wieder auf den Weg machen wollten, machte sich die Tankleuchte bemerkbar. Oh Schreck! Die letzte Tankstelle lag etwa zwei Stunden hinter uns, die nächste war - laut Navi - noch 40 Meilen entfernt. Die atemberaubend schöne Strecke war auf einmal nur noch halb so schön, und wir fingen schon zu debattieren an, wer denn nun zu Fuß Benzin holen müsse. Bergab schaltete John nun in den Leerlauf. Letztendlich tauchte dann doch eine winzig kleine Tankstelle am Straßenrand auf, die offenbar so unbedeutend ist, dass sie dem Navi entgangen ist - für uns war sie der schönste Anblick des Tages, und so gab's natürlich für den fleißigen Tankwart, der uns auch noch die dreckigen Scheiben putzte, ein schönes Trinkgeld. Der Tag war gerettet, und wir konnten den Rest der Fahrt wieder genießen.
Insgesamt sind wir heute um die 150 Meilen gefahren, sind aber noch immer ca. 140 Meilen von San Francisco entfernt. Jetzt sind wir in Monterey (bzw. Seaside, einem Ortsteil davon), und werden hier vier Nächte bleiben, obwohl wir nochmal das Hotel wechseln werden. Das Wochenende steht vor der Tür, was bedeutet, dass die Preise für eine Übernachtung sich fast verdoppeln, es ist zum Haare raufen!
Monterey hat Einiges zu bieten: eine Fisherman's Wharf (nicht zu verwechseln mit der in San Francisco), das Monterey Bay Aquarium, die von Steinbeck beschriebene Cannery Row, und natürlich Badestrände. Heute Nachmittag haben wir schon einen kleinen Spaziergang an der Wharf und der Monterey Bay entlang gemacht, an Baden oder Sonnen ist derzeit aufgrund unserer Blessuren leider noch immer nicht zu denken...
So, nochwas anderes, weil's mir gerade einfällt: es gibt hier übrigens keine Deosprays, zumindest nicht die, die man bei uns kaufen kann. Selbst im größten Supermarkt sind ca. 95% der Artikel in der Deo-Abteilung Roller oder Sticks, der Rest sind diese flüssigen Pumpsprays oder Deosprays die schon annähernd die Größe eines Feuerlöschers besitzen. Außerdem sind sämtliche Pflegeprodukte (Shampoo, Duschgel etc.) hier - im Vergleich zu Deutschland - verhältnismäßig teuer, also sollte man solche Dinge am besten in ausreichender Menge von zu Hause mitbringen, bevor man sich auf den Weg nach Amerika macht. Das war der wertvolle Reisetipp für heute :)
Wir wünschen Euch Allen eine gute Nacht und einen guten Morgen,
