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Donnerstag, 19. Juli 2012

On the Way to Monterey

Seaside, Monterey/California.


War das heute wieder eine aufregende Fahrt! Zwischen San Simeon und Monterey zeigt sich der Highway No.1 von seiner schönsten Seite: Ähnlich einem Alpenpass schlängelt sich die Straße die Berge auf und ab, während man auf der linken Seite die steil abfallenden Klippen und die rauschende Brandung bewundern kann, die weißen Sandstrände gibt's hier kaum noch. Kleine Parkbuchten entlang der Strecke laden zum Anhalten, Staunen und Fotografieren ein.

Das Erstaunliche für uns war, dass es entlang der Route - anders als sonst - keine Fastfoodbuden, keine billigen Souvenirläden, keine Hotels, keine Megasupermärkte, und ja: leider auch nicht soviele Tankstellen gab. Bislang scheint dieser Abschnitt des Highway No. 1 seltsamerweise vom Tourismus und dem Konsumwahn verschont geblieben zu sein, möge es noch lange so bleiben!

Um diese Etappe zu fahren, muss man sich gut rüsten: also vielleicht einen Snack einpacken, ein paar Getränke, das Auto tanken und vorher nochmal auf's Klo gehen :) Leider hatte uns das keiner gesagt. Die gute Nachricht: wir hatten Snacks dabei (einen Riesenbeutel mit 20 einzeln verpackten Chipstüten verschiedener Geschmacksrichtungen), das war's dann auch. Meine Cola light war schon lange ausgetrunken und wollte wieder entsorgt werden, da tauchte gottseidank das Big Sur Coast Gallery Café wie ein Lichtstreifen am Horizont auf. In der Galerie konnte man u.a. kunterbunte Vogelhäuser in interessanter Form bewundern (ab 90 Dollar pro Stück) - Papa, so eines hätte ich gern, kannst Du mir sowas bauen (Foto siehe unten)? Gerade als wir uns - mit Kuchen gestärkt und Getränken versorgt - wieder auf den Weg machen wollten, machte sich die Tankleuchte bemerkbar. Oh Schreck! Die letzte Tankstelle lag etwa zwei Stunden hinter uns, die nächste war - laut Navi - noch 40 Meilen entfernt. Die atemberaubend schöne Strecke war auf einmal nur noch halb so schön, und wir fingen schon zu debattieren an, wer denn nun zu Fuß Benzin holen müsse. Bergab schaltete John nun in den Leerlauf. Letztendlich tauchte dann doch eine winzig kleine Tankstelle am Straßenrand auf, die offenbar so unbedeutend ist, dass sie dem Navi entgangen ist - für uns war sie der schönste Anblick des Tages, und so gab's natürlich für den fleißigen Tankwart, der uns auch noch die dreckigen Scheiben putzte, ein schönes Trinkgeld. Der Tag war gerettet, und wir konnten den Rest der Fahrt wieder genießen.

Insgesamt sind wir heute um die 150 Meilen gefahren, sind aber noch immer ca. 140 Meilen von San Francisco entfernt. Jetzt sind wir in Monterey (bzw. Seaside, einem Ortsteil davon), und werden hier vier Nächte bleiben, obwohl wir nochmal das Hotel wechseln werden. Das Wochenende steht vor der Tür, was bedeutet, dass die Preise für eine Übernachtung sich fast verdoppeln, es ist zum Haare raufen!

Monterey hat Einiges zu bieten: eine Fisherman's Wharf (nicht zu verwechseln mit der in San Francisco), das Monterey Bay Aquarium, die von Steinbeck beschriebene Cannery Row, und natürlich Badestrände. Heute Nachmittag haben wir schon einen kleinen Spaziergang an der Wharf und der Monterey Bay entlang gemacht, an Baden oder Sonnen ist derzeit aufgrund unserer Blessuren leider noch immer nicht zu denken...


So, nochwas anderes, weil's mir gerade einfällt: es gibt hier übrigens keine Deosprays, zumindest nicht die, die man bei uns kaufen kann. Selbst im größten Supermarkt sind ca. 95% der Artikel in der Deo-Abteilung Roller oder Sticks, der Rest sind diese flüssigen Pumpsprays oder Deosprays die schon annähernd die Größe eines Feuerlöschers besitzen. Außerdem sind sämtliche Pflegeprodukte (Shampoo, Duschgel etc.) hier - im Vergleich zu Deutschland - verhältnismäßig teuer, also sollte man solche Dinge am besten in ausreichender Menge von zu Hause mitbringen, bevor man sich auf den Weg nach Amerika macht. Das war der wertvolle Reisetipp für heute :)

Wir wünschen Euch Allen eine gute Nacht und einen guten Morgen,








Mittwoch, 18. Juli 2012

On the Pacific Coast Highway - Part 2

Pismo Beach, California.


Wir sind wieder "on the road", haben heute ca. 200 Meilen auf dem Highway No.1 hinter uns gebracht und sind im Motel 6 in Pismo Beach gelandet, einer sehr spartanischen Herberge.

Die Fahrt war wieder sehr abwechslungsreich, es ging durch Malibu und Santa Barbara, manchmal direkt an der Küste entlang, manchmal ein bisschen landeinwärts. Irgendwo zwischen Santa Barbara und Santa Maria macht der Highway dann einen deutlichen Abstecher von der Küste, und es geht durch die Santa Rosa Hills. Sind es noch Hügel? Sind es schon Berge? Man weiß es nicht, interessant war dieser Abschnitt jedenfalls auch. Leider bin ich kein Experte in Sachen Flora und Fauna, aber es gibt dort ein paar Bäume und sowas wie Wiesen oder Almen, nur dass die nicht saftig grün sind, sondern ausgetrocknet und braun. Wir haben auch Kühe gesehen, John meint es wären schwarze Angus Bullen. Soviel zu dem wenig informativen Abstecher in die Biologie (vielleicht hätte ich diesen Abschnitt im Reiseführer etwas genauer lesen sollen).

Da wir aufgrund unseres Sonnenbrands immer noch schwer gebeutelt sind, haben wir den heutigen Tag fast ausschließlich auf dem Highway verbracht, einen großen Teil der Strecke zurückgelegt und sonst nichts Aufregendes gemacht. Am Abend waren wir dann bei A.J. Spurs, einem dieser rustikalen Steakhäuser, wo man ein T-Shirt bekommt, wenn man das 1-Kilo-Steak schafft - nein, wir haben kein T-Shirt bekommen :) Das billigste Hauptgericht ist für 19.99$ zu haben, beinhaltet aber jede Menge Extras: vorab gibt es einen Eintopf mit allem, was der Garten hergibt, dazu schwarze Bohnen und Salsa-Soße. Als Beilage zum Steak (oder Huhn) gibt es einen großen Salatteller, Reis, Knoblauchbrot und Bratkartoffeln, die in einer heißen, gußeisernen Pfanne gebracht werden. Nach dem Essen gibt es entweder Rootbeer Float (Rootbeer mit Vanilleeis), oder Vanilleeis mit Schokosoße, oder einen Likör (dieser "Nachtisch" ist auch im Preis enthalten). Ich hab von diesem Wild-West-Dinner nur die Hälfte geschafft, aber John hat tapfer seine Teller geleert, dh. morgen gibt's wieder schönes Wetter :)


Ziel für morgen ist Monterey. Das Hotel dort haben wir heute schon telefonisch gebucht, d.h. wir können ganz entspannt die Fahrt genießen und hier und da eine Pause einlegen.

Sonnige Grüße aus California,

 

Sonntag, 15. Juli 2012

On the Pacific Coast Highway

Torrance, Los Angeles/California.

So, der Road Trip California hat begonnen: wir haben die erste Etappe auf dem Pacific Coast Highway, besser bekannt als Highway No. 1, zurückgelegt und sind im Ballungsraum Los Angeles angekommen. Für die nächsten drei Nächte haben wir Unterschlupf im Howard Johnson Inn in Torrance gefunden.

Insgesamt haben wir heute nur ca. 100 Meilen von Escondido bis hierher zurückgelegt, aber die haben wir genossen! Der Highway No. 1 schlängelt sich die Küste entlang durch verschiedene mehr oder weniger schöne Städte und Städtchen. Wo es uns gefallen hat, da haben wir angehalten. Der erste Stopp war in Laguna Beach - wunderschön, aber auch ein teueres Pflaster. Wir sind nur ein bisschen durch die Stadt gebummelt und dann zum Strand gegangen, wo unsere nackten Füße dann zum ersten mal Bekanntschaft mit dem Pazifik gemacht haben - herrlich! Und eiskalt :) Die Sonne ist hier in Kalifornien übrigens scheinbar ein Langschläfer und kam bisher immer erst am Nachmittag raus.

Die Hotelsuche gestaltet sich diesmal leider etwas schwierig, da gerade Hochsaison ist, überall der Bär steppt und ein Festival das andere jagt: derzeit ist hier zum Beispiel auch der Orange County Fair, und gestern hat dort Willie Nelson gespielt - zu schade, dass wir das verpasst haben! Wie dem auch sei: das Ramada Inn war ausgebucht, das letzte freie Zimmer im Days Inn war nur für eine Nacht verfügbar, und das Marriott unerschwinglich. Im Howard Johnson Inn haben wir dann das letzte freie Zimmer bekommen, aber auch nur, weil ein anderer Gast vor uns das Zimmer abgelehnt hat, weil es ein Raucherzimmer ist.

Für Morgen ist eine große Sightseeing-Tour in Los Angeles geplant, bei der hoffentlich ein Highlight das andere jagt (zumindest klingt es im Flyer so) - mehr dazu morgen.


Noch ein technischer Hinweis: benutzt jemand den Internet Explorer? Falls ja, dann entgehen Euch jede Menge Bilder, bitte mal mit Firefox oder Chrome probieren, da funktioniert die Scrollgalerie! (Danke Stefan für den Hinweis!)