Valdosta/Georgia. Von Country-Legenden und Radio-Shows, großen Stars und schlechten Sternen, einigen Pannen und mehr
Wir sind wieder auf dem Dixie Highway, haben heute Morgen dem „Volunteer-State“ Tennessee den Rücken gekehrt und sind mittlerweile im „Empire State of the South“, Georgia. Den Chattahoochee River haben wir schon vor Stunden überquert und auch die Südstaaten-Metropole Atlanta haben wir trotz zähfließendem Verkehr auf der dort immerhin achtspurigen Interstate heil umschifft. Von Nashville bis Orlando sind es ca. 12 Stunden, dh. ich habe im Moment genügend Zeit, Euch vom gestrigen Tag zu berichten, der unter keinem guten Stern stand.
Eigentlich fing der Tag gar nicht mal so schlecht
an: wir machten uns zuerst auf den Weg nach Downtown Nashville, um die
Country Music Hall of Fame and Museum zu besuchen. Momentan hat das
Museum zwei zeitlich begrenzte Sonderausstellungen: gleich nach dem
Eingang dreht sich alles um das Leben und die Karriere von Tammy Wynette
(„Stand by your man“), der Großteil der zweiten Etage läuft unter dem
Motto „A Family Tradition“ und widmet sich der Country-Legende Hank
Williams und seinen – ebenfalls berühmten – Nachfahren Hank Williams Jr.
und Hank Williams III.
Im Abschnitt „Sing me back home“ wird man umfassend über die Geschichte der Countrymusik von ihren Anfängen bis zur Gegenwart informiert. An den Wänden hängen alte Veranstaltungsplakate und hunderte von Schallplatten in Gold und Platin; in den Schaukästen sind Originalkostüme, Instrumente und persönliche Gegenstände der Stars ausgestellt. Mein persönliches Highlight war das von John Hartford verfasste handschriftliche Originalmanuskript zu „Gentle on my mind“. Natürlich kann man wieder überall Knöpfe drücken um Musik zu hören und kleine Filme zu sehen. U.a. gibt es eine Dokumentation über Countrymusik in Film und Fernsehen, mit Ausschnitten aus der von Buck Owens präsentierten Show „Hee Haw“, worüber sich John besonders freute, da er diese Show früher selbst oft geschaut hat.
Im Abschnitt „Sing me back home“ wird man umfassend über die Geschichte der Countrymusik von ihren Anfängen bis zur Gegenwart informiert. An den Wänden hängen alte Veranstaltungsplakate und hunderte von Schallplatten in Gold und Platin; in den Schaukästen sind Originalkostüme, Instrumente und persönliche Gegenstände der Stars ausgestellt. Mein persönliches Highlight war das von John Hartford verfasste handschriftliche Originalmanuskript zu „Gentle on my mind“. Natürlich kann man wieder überall Knöpfe drücken um Musik zu hören und kleine Filme zu sehen. U.a. gibt es eine Dokumentation über Countrymusik in Film und Fernsehen, mit Ausschnitten aus der von Buck Owens präsentierten Show „Hee Haw“, worüber sich John besonders freute, da er diese Show früher selbst oft geschaut hat.
In der untersten der drei Etagen findet man dann die
eigentliche Hall of Fame – eine ringförmige Halle, in der die Tafeln
der Mitglieder willkürlich angeordnet sind, um zu betonen, dass jeder
Einzelne hier den gleichen Rang hat. Wenn man das Gebäude verlässt und
die Straße überquert, gelangt man in einen kleinen Park, in dem man den
Music City Walk of Fame entlangschlendern kann – ähnlich wie in
Hollywood haben hier die Künstler ihre eigenen Sterne am Boden.
Danach wurden wir vom Pech verfolgt: auf dem
Stadtplan sahen wir ein großes Gebilde, das als „Bicentennial Mall“
gekennzeichnet war, und wir beschlossen, diese Mall zu besuchen.
Dummerweise hatten wir keine Adresse für’s Navi, so dass wir uns im
Straßenlabyrinth Nashvilles heillos verfransten. Gut, dann also erstmal
kein Shopping. Stattdessen fuhren wir raus nach Opryland, um dort das
Museum der Grand Ole Opry zu besuchen. Die Grand Ole Opry ist die
älteste kontinuierlich laufende Radioshow der Welt und wird regelmäßig
live aus dem Opry House in Nashville übertragen. Vor Ort erfuhren wir,
dass das Gebäude bei dem schlimmen Unwetter vor ein paar Monaten
zerstört wurde und dass das Museum jetzt wieder im Ryman Auditorium in
der Innenstadt untergebracht ist (von hier wurde die Opry von 1934 bis
1974 übertragen). Leicht genervt fuhren wir also wieder zurück in die
Stadt, um festzustellen, dass das Ryman nur einen Katzensprung zu Fuß
von der Hall of Fame entfernt ist, wir aber mittlerweile drei Stunden
verblödelt hatten und das Auditorium schon geschlossen war.
Zähneknirschend machten wir uns stattdessen erneut
auf die Suche nach der Mall, fanden sie letztlich auch, nur dass die
„Mall“ kein Einkaufszentrum sondern ein riesiger Stadtpark war! Wer zum
Teufel kommt eigentlich auf den Gedanken, einen Park nicht Park sondern
„Mall“ zu nennen?? In unserem Reiseführer war jedoch die Rede von einer
„echten“ Shopping-Mall an der Ausfahrt Bell Street. Wir tippten also
Bell Street ins Navi, gerieten erstmal in einen Stau und landeten ca. 40
Minuten später in einem Wohnviertel, von einer Mall war natürlich weit
und breit nichts zu sehen.
Frustriert machten wir uns auf den Weg zurück zum
Hotel, um uns ein bißchen zu erholen. Unterwegs machten wir noch schnell
Halt bei Walgreen’s, einem etwas größeren Supermarkt, um dort u.a. eine
Verizon-Prepaid-Karte für unser Handy zu kaufen. Zurück im Hotel
stellten wir fest, dass der Pin-Code zum Aufladen des Handys nicht
funktionierte. John rief daraufhin direkt bei Verizon an und hatte eine
freundliche Frau an der Strippe, die ihm erstmal ihre ganze
Lebensgeschichte erzählte, bevor sie nach ca. 30 Minuten zu dem Schluss
kam, dass wir eigentlich eine Extra-Quittung von Walgreen’s mit dem
richtigen Code bräuchten, die uns natürlich niemand gegeben hatte. Zu
diesem Zeitpunkt hatte John – wer will’s ihm verdenken – schon ganz üble
Kopfschmerzen, doch die ebenfalls bei Walgreen’s gekauften
Kopfschmerztabletten entpuppten sich als Schlaftabletten. Dann also ohne
Drogen zurück zum Supermarkt. Die hatten dort zwar gottseidank noch
unsere Quittung, leider nur war der Code schlecht lesbar, und da John
vorher schon andere Nummern probiert hatte, wurde prompt unser Account
gesperrt. Die Servicenummer konnten wir noch anrufen, aber für ein
persönliches Gespräch brauchte man den Sicherheits-Pin des Handys und
der war natürlich – dreimal dürft Ihr raten – im Hotel. Der mittlerweile
eingetroffene Walgreen’s Manager machte auf blöd und wollte uns weder
eine neue Verizon-Karte noch unser Geld zurückgeben. John legte ihm
allerdings nahe, sich was einfallen zu lassen, denn wir würden mit
Sicherheit nochmal zurückkommen, falls es mit dem unleserlichen Code
nicht klappen sollte. Zurück im Hotel erwischte John dann gottseidank
einen hilfsbereiten und weniger leutseeligen Verizon-Mitarbeiter, so
dass uns letztendlich doch noch unsere 15 Dollar gutgeschrieben werden
konnten.
Mittlerweile haben wir die ersten acht Stunden der letzten Etappe hinter uns gebracht und sind im Sleep Inn in Valdosta gelandet, wo wir die Nacht verbringen werden. Und während bei Euch schon wieder ein neuer Tag beginnt, legen wir uns jetzt auf's Ohr.
with a tear in our beer,

















































