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Montag, 23. August 2010

Michigan: The Great Lakes State

Royal Oak/Michigan. Von Highways und Billboards, Großen Seen und Wäldern, einer Zeitreise und mehr


Heute in aller Herrgottsfrüh machten wir uns auf den fast 300 Meilen weiten Weg Richtung Norden nach Mackinac Island (Wird übrigens „Mäkkinoh“ und nicht „Mäkkinäck“ gesprochen). Schon bald stellte sich die Fahrt allerdings als eine Zerreißprobe für deutsche Autobahnen gewohnte Nerven heraus: breite, endloslange und fast leere Straßen – und ein Tempolimit von 70 Meilen pro Stunde (ca. 110 km/h). Die Landschaft mit den Kiefern- und Mischwäldern beiderseits der Straße glich größtenteils der in unserer fränkischen Heimat – der einzige Zeitvertreib war das Studieren der Billboards, die im weiteren Verlauf der Fahrt hauptsächlich mit Attraktionen auf Mackinac Island warben. Gelegentlich tauchte ein „Adopt a Highway“-Schild auf, was immer das auch bedeuten mag.

Nach knapp mehr als vier Stunden kamen wir dann endlich zur Mackinac-Bridge, die die Großen Seen Lake Michigan und Lake Huron voneinander trennt. Kurz hinter der Brücke liegt das Städtchen St. Ignace, von wo aus die Fähren Richtung Mackinac Island abfahren. Die Überfahrt dauerte etwa zehn Minuten, und so gegen elf Uhr waren wir dann da: auf einem herrlichen und idyllischen Fleckchen Erde, auf dem Autos verboten sind und (abgesehen von den Fahrrädern und Touristen) alles so aussieht, als wäre die Zeit dort vor 200 Jahren stehen geblieben. Außerdem werden Besucher dort gnadenlos abgezockt, was das ganze Eiland weniger sympathisch macht. Irgendwann in ferner Zukunft werden wir uns dort eine Bed&Breakfast-Pension kaufen und munter mitmischen (John weiß allerdings noch nichts davon. Halt doch, er schaut mir gerade über die Schulter, Moment bitte… Okay, John ist einverstanden – er könne ja angeln, während ich die Pension schmeiße).

Zurück zur Abzocke: 24 $ pro Person für die Überfahrt, 125 $ pro Stunde für eine Fahrt in der Kutsche für fünf Personen, 10,50 $ Eintritt pro Person ins Fort Mackinac, außerdem Apothekerpreise für Essen und Trinken. Wir haben dann dankend auf die Kutschfahrt verzichtet und einen Großteil der Insel zu Fuß erkundet.

Das Fort war ganz nett, Leute in Kostümen haben Schießübungen mit Gewehr und Kanone vorgeführt, außerdem gab es überall Ausstellungsräumen und kleine Filmchen zur Geschichte. Danach sind wir zum Arch Rock gewandert, einer von der Natur geformten Felsformation in Form eines Torbogens, sehr hübsch (und kostenlos außerdem)! Der letzte Weg führte uns zur Scull Cave, in der sich einst ein englischer Offizier vor Angreifern versteckt und auf einem Bett aus Indianerschädeln übernachtet haben soll. Letztendlich entpuppte sich die Höhle als kleines Loch im Gestein und Brendan – der laut eigener Aussage in seinem Leben noch nie so viel am Stück gelaufen war (es war immerhin eine Viertelmeile bis dahin) – war außer sich vor Frust.

Danach ging’s zurück zur wirklich hübschen Mainstreet mit den vielen alten Häusern und Geschäften. Da es hier weder einen Bass Pro Shop noch irgendwelche Schuhläden gibt, war John nach fünf Minuten bereits müde. Andererseits hatten wir alle wenig geschlafen und da Lucretia und ich aufgrund unseres Schuhwerks (sie in Flip-Flops, ich – mal wieder – in Sandalen) sowieso keinen Schritt mehr zuviel machen wollten, sind wir dann gegen fünf am Nachmittag wieder auf die Fähre Richtung Festland gesprungen. Fazit unseres herrlichen kleinen Ausflugs: Es war schön, den Rest des Bundesstaates ein bißchen zu erkunden, da Michigan bei Weitem mehr zu bieten hat, als nur die Motor-City Detroit.


Morgen geht's noch mal zur Mall - juhu! John will sich mit Jeans eindecken und ich hab letztens auch einiges gesehen, dass mir nicht aus dem Kopf geht, also werd ich morgen zuschlagen. Schließlich ist man ja nicht jeden Tag hier, oder?