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Freitag, 27. Juli 2012

Made in Detroit

Royal Oak, Detroit/Michigan.

Seit gestern Abend sind wir zurück in Royal Oak. Bereits vor unserem Ausflug nach Kalifornien hatte John einen Termin bei Mr. Ed (dem Besitzer des Royal Oak Tattoo Parlor) ausgemacht, und heute um 13:00 Uhr war es so weit: John bekam endlich sein lange ersehntes "D" (für Detroit). Insgesamt hat Mr Ed etwa 30 Minuten für das Tattoo gebraucht, und John hat die Prozedur tapfer und ohne mit der Wimper zu zucken überstanden... *gg*

Na gut: diesen Gesichtsausdruck gab es nur für's Foto, John legt Wert auf diese Feststellung

Bevor irgendjemand daheim in Panik verfällt: ich selbst hab mich natürlich nicht tättowieren lassen (das von John vorgeschlagene "Property of John" kam für mich nicht in Frage), aber auch für mich gab's Nervenkitzel in Mr. Ed's Laden: im Wartezimmer haben wir die Bekanntschaft mit allerlei exotischen Tierchen gemacht, und während ich die große gelbe Schlange nur gestreichelt habe, hab ich die Tarantel tatsächlich in die Hand genommen (auch wenn ich - wie man sieht - nicht sonderlich entspannt dabei aussah). Liebe Ka: jetzt die Augen zumachen!

So, am Sonntag Abend geht's zurück nach Hause, ich melde mich vorher nochmal für einen abschließenden Bericht!

Macht's gut und bis sehr bald schon,

 


Mittwoch, 11. Juli 2012

Go West!

Royal Oak, Detroit/Michigan.


Es folgt der letzte Bericht aus Michigan. Gestern stand nichts Abenteuerliches auf dem Programm: Nach einem faulen Vormittag, den wir mit Kaffee Trinken, Plaudern und Postkarten Schreiben im Garten verbrachten, hat John seine Mutter zum Friseur gefahren und mich bei "Michael's" abgesetzt, einem riesigen Bastel- und Handarbeitsladen, es war ein Traum :) Ich würde ja nach wie vor am liebsten in der großen Mall wohnen, aber ich glaube Michael's ist ein Ort, an dem Micha und Sabine durchaus für längere Zeit ihre Zelte aufschlagen könnten. Leider war Patsy recht schnell fertig beim Friseur, so dass ich in der Zeit gerade mal oberflächlich die Wollabteilung erkunden konnte.

Am frühen Abend hat Patsy uns Alle zum Steak Essen ins Texas Roadhouse eingeladen, Ihr wisst schon: der Laden, wo man zwischendurch Erdnüsse essen und die Schalen auf den Boden werfen kann. Nach dem Essen hab ich mir einen Erdbeer Margarita bestellt, der in einem Goldfischglas mit Fuß serviert wurde - zumindest sah's so aus :)

Nachdem wir wieder zu Hause waren, haben wir uns Bosco für einen kleinen Spaziergang geschnappt. Das Wort Gassi (engl. "walk"), darf man übrigens in seiner Gegenwart nur buchstabieren, da er sonst vor lauter Freude ausflippt! Bosco ist cool, für einen Hund zumindest. Er kann den Moonwalk und in den letzten Tagen habe ich versucht, im Deutsch beizubringen - Sitz und Pfötchen klappen schon ganz gut :)

Unterwegs hat er fast jeden einzelnen Baum in Lichtgeschwindigkeit markiert, gelegentlich auch eine Straßenlaterne, ein Blumenbeet oder einen Zaun - vermutlich ist der ganze Block jetzt sein Territorium. Ach ja - der Baum, der bei dem Sturm am 4. Juli umgeknickt ist (ich hab darüber berichtet), liegt übrigens immernoch auf der Straße. Vermutlich wartet man bis nach Weihnachten, damit man ihn noch mit einer Lichterkette und Zuckerstangen dekorieren kann.

Nach dem Spaziergang waren wir noch Minigolf Spielen, und hinterher haben wir bis spät in die Nacht Karten gespielt und irgendwann auch die Würfel ausgepackt.

Heute ist großer Waschtag, damit wir in Kalifornien genug Klamotten haben. Ansonsten haben wir nur ein paar Besorgungen gemacht und nochmal kurz bei Kerry und Kimmi vorbeigeschaut, um uns zu verabschieden.
Morgen früh müssen wir uns dann beizeiten aus dem Bett quälen, damit wir den Flieger nach San Diego erwischen. Genau wie beim letzten Besuch hier bin ich im Moment allerdings überhaupt nicht in Aufbruchstimmung und könnte locker noch zwei Wochen in Royal Oak bleiben, ohne mich zu langweilen. Ich hoffe, dass die WiFi-Versorgung unterwegs genauso problemlos klappt wie beim letzten mal, damit Ihr auch unseren Westcoast-Trip hautnah mitverfolgen könnt.

Viele Grüße nach Daheim,

 

Dienstag, 10. Juli 2012

At Niagara Falls

Royal Oak, Detroit/Michigan.


Während ich diesen Artikel schreibe, sind wir gerade auf dem Rückweg von Kanada - es war einzigartig, spektakulär und atemberaubend (mehr Superlative habe ich gerade nicht parat)! Ich könnte ein ganzes Buch über die Niagara Fälle schreiben, aber da Andere das bereits vor mir gemacht haben, lass ich das lieber bleiben und versuche mich kurz zu fassen. Von den 244 Fotos, die ich in den letzten beiden Tagen geschossen habe, gibt's hier 25 zu sehen, plus drei Collagen.

Am Sonntag sind wir also kurz vor 10 Uhr vormittags Richtung Ontario/Kanada aufgebrochen, und haben nicht die naheliegende Brücke in Detroit überquert, sondern erst knapp eine Stunde später die Grenze bei Port Huron passiert. In Kanada fühlt man sich als Deutsche gleich heimisch: es gibt dort nämlich das metrische System, dh. die Entfernungen werden in Kilometern angegeben (anstatt Meilen), Benzin gibt es in Litern (anstatt Gallons) und die Temperatur wird in Grad Celsius gemessen (anstatt Fahrenheit).

Nach insgesamt etwa viereinhalb Stunden Fahrt waren wir dann bei den Niagara Fällen und in der gleichnamigen Stadt, Niagara Falls. Der Niagara-Fluss verbindet die beiden großen Seen, Lake Ontario im Norden und Lake Erie im Süden, und irgendwo entlang der Strecke..., naja, da geht's ziemlich steil bergab :)

Der Fluß (bzw. die Fälle) bilden eine weitere Staatsgrenze, dh. man kann die Wasserfälle entweder auf amerikanischem oder kanadischem Boden bewundern. Die kanadische Seite soll laut diversen Reiseführern die Sehenswertere sein, da man hier einen besonders guten Blick auf die "Horseshoe-Falls" (die Hufeisen-Fälle) hat. Über den Fluß geht die Rainbow-Bridge, allerdings gibt es auch hier Passkontrollen und lange Warteschlangen, so dass wir ausschließlich auf der kanadischen Seite geblieben sind.

Zuerst haben wir in unserem Hotel, dem Crowne Plaza, eingecheckt - das Hotel liegt in unmittelbarer Nähe der Wasserfälle, die man sogar von unserem Zimmerfenster aus sehen konnte! Unser erster Weg führte uns dann zur Anliegestelle der "Maid of the Mist" (dem "Mädchen des Nebels"), ein Schiff, auf dem man direkt ins Becken der Wasserfälle fährt - und dabei ordentlich nass wird, weshalb wir auch diese lächerlichen blauen Kutten trugen und ganz schön darunter schwitzten!


Nach dieser ersten hautnahen Begegnung mit den Wasserfällen haben wir dann erstmal die Stadt erkundet. Das Vergnügungsviertel von Niagara Falls ist laut und bunt, und hat auf engstem Raume vermutlich mehr Attraktionen zu bieten als Magic Kingdom und die Universal Studios zusammen. Es gibt u.a. ein Riesenrad, ein auf dem Kopf stehendes Haus in Originalgröße, eines der beliebten Ripley's "Believe it or not"-Museen, diverse Wachsfiguren-Kabinette, Horrorhäuser, Laserlabyrinthe, 3D/4D-Rides, ein paar Casinos, einen Wasserpark, einen Harley-Davidson-Shop (das obligatorische Bild von John auf der Harley gibt's natürlich auch), das Hard-Rock-Café und Planet Hollywood, sowie noch tausend andere Fress-Tempel und noch viel, viel mehr.



Da man sich von dem Riesenangebot erstmal wie erschlagen fühlt, haben wir uns alles erstmal nur von Außen angesehen. "Diniert" haben wir dann im Rainbow-Room, im 10. Stock des Crowne-Plaza, mit überwältigendem Blick auf die Wasserfälle. Wenn die Übernachtung dort auch erstaunlich günstig war (im Vergleich zur Absteige, die uns außerhalb San Diegos erwartet), so waren die Preise für das Abendessen ganz schön gewagt: eine Portion Spaghetti Carbonara gab's für 29 Dollar + Steuern, an die Preise für die Fleischgerichte kann ich mich gar nicht erinnern, für uns fünf gab's gestern jedenfalls Nudeln mit Aussicht :)

Nach dem Essen sind wir weiter durch die Stadt gezogen, bis es so gegen 21:00 Uhr so langsam an der Zeit war, sich einen guten Aussichtsplatz zu sichern: Bei Einbruch der Dunkelheit wurden die Wasserfälle dann von bunten Lichtern in wechselnden Farben beleuchtet, und pünktlich um 22:00 Uhr begann ein atemberaubendes Feuerwerk - es gab sogar Raketen, die in Herzform explodierten! Obwohl die Fotos diesmal ausnahmsweise nicht völlig verkorkst sind, bringen sie leider nicht annähernd die Atmosphäre des Abends rüber!



Frühstück gab's dann heute wieder im Rainbow-Room, danach standen u.a. ein Besuch bei Ripley's und eine Fahrt im Riesenrad auf dem Programm. Abschließend haben wir noch ein paar Fotos von einer Stelle oberhalb der Wasserfälle geschossen, und sind dabei wieder schön geduscht worden - selbst der Fotoapparat hat kurzfristig einen kleinen Wasserschaden erlitten, funktioniert jetzt aber gottseidank wieder einwandfrei.

Mittlerweile sind wir wieder zu Hause in Royal Oak, das Haus steht noch und scheinbar hat Patsy auch keine wilde Party gefeiert (John hatte sie diesbezüglich gewarnt, bevor wir gestern losgefahren sind). Viel Zeit bleibt uns nun nicht mehr hier in Royal Oak, am Donnerstag geht unser Flieger nach San Diego. Größere Pläne haben wir für die letzten Tage noch nicht gemacht, aber ich denke, dass ich mich nochmal aus Michigan melden werde.

Viele Grüße über den Atlantik,

 

Samstag, 7. Juli 2012

Who's your Tiger?

Royal Oak, Detroit/Michigan.


Heute hab ich John gefragt, ob er nicht auch mal einen Bericht verfassen möchte, aber über ein "Y'all ain't gonna believe this shit..." ist er nicht hinausgekommen :)

Gestern stand wieder ein Baseballspiel auf dem Programm, und das war schon vor zwei Jahren eines meiner persönlichen Highlights. Dieses mal empfingen die Detroit Tigers die Kansas City Royals im Comerica Park. John musste mir zwar erst mal wieder die Regeln erklären, und obwohl ich noch immer nicht alles verstanden habe, hatte ich meinen Spaß.

Die Atmosphäre im Stadion war einzigartig. Das Thema des Abends war Country Night, und an mehreren Stellen des Stadions hatten verschiedene Countrybands ihre Zelte aufgeschlagen, um die Zuschauer vor dem Spiel zu unterhalten. Die Liebe der Fans zu ihrem Team ist vermutlich noch ein bißchen größer als in den deutschen Fußballstadien, und etwa 90 Prozent der Leute trugen Tiger-Shirts - Brendan und ich gehörten auch dazu mit unseren brandneuen T-Shirts. Überall hängen Schilder mit der Frage "Who's your Tiger?", und vor zwei Jahren war Miguel Cabrera noch der große Publikumsliebling (und er machte auch diesmal ein gutes Spiel), aber dieses Jahr trug vermutlich jeder zweite Zuschauer ein Verlander-Shirt, leider hat dieser gestern nicht gespielt.

Kurz nach 19:00 Uhr fing dann das Spiel an, eingeleitet wie immer von der amerikanischen Nationalhymne, dieses mal gesungen von einem jungen Mädchen, das irgendeinen Wettbewerb gewonnen hatte. Natürlich standen alle Zuschauer von ihren Plätzen auf und sangen aus Leibeskräften mit, die Hand auf's Herz gelegt. Auf der Videowand konnte man den Text verfolgen, und es gab abwechselnd Bilder der jungen Sängerin und der amerikanischen Flagge zu sehen, wir hatten Gänsehaut am ganzen Körper! Von unseren Sitzen hatten wir außerdem einen spektakulären Ausblick auf die Skyline von Detroit, es war großartig - leider nur war wieder ein extrem heißer Tag, mit Temperaturen von über 30°C bis in den späten Abend, so dass wir buchstäblich auf unseren Sitzen klebten.

Mit einem aufmunternden "Let's play ball!" des Stadionsprechers ging es dann endlich los. Im dritten von neun Innings gingen die Tigers mit 2 Runs in Führung, nach dem fünften Inning hatten die Kansas City Royals zum 2:2 ausgeglichen. Im sechsten Inning gelang dem "Batter" der Tigers dann das, was man gelegentlich mal in Film und Fernsehen sieht, und er schlug den Ball übers ganze Feld bis hinauf in die Zuschauerränge: Homerun! Ohne weiter ins Detail zu gehen: zu diesem Zeitpunkt hatten die Tigers schon einen weiteren Spieler auf einer Base, der es auch "nach Hause" schaffte, so dass die Tigers wieder mit 4:2 vorne lagen. Im siebten Inning gab es dann wieder das 7th Inning Stretch, und alle Zuschauer sangen "Take me out to the ballgame".

Den 4:2 Vorsprung konnten die Tigers bis zum Ende halten, so dass der Abend mit einer großen Party und einem spektakulären Feuerwerk zu Ende ging, das noch beeindruckender war als das 4th of July Feuerwerk in Madison Heights, das wir einige Tage zuvor gesehen hatten.

Ich habe wieder jede Menge Bilder vorbereitet, ihr könnt das Stadion sehen, eine Countryband, das Mädchen, das über das "Star Spangled Banner" gesungen hat, die Skyline von Detroit, das Feuerwerk, unseren Rückweg vorbei am Fox Theatre und mehr:




Für heute ist noch nichts geplant, v.a. weil es wieder viel zu heiß für irgendwelche Outdoor-Aktivitäten ist, oder wie John es neulich im Auto so schön formuliert hat: "F***, it's too f***ing... F***!!" :)

Morgen werden wir dann nach Kanada zu den Niagara Fällen fahren und eine Nacht bleiben. Wir werden das Notebook mitnehmen, aber ich weiß nicht, ob wir WiFi im Hotel haben, oder ob ich Zeit für einen Bericht habe. Spätestens am Montag Abend (also wahrscheinlich Dienstag bei Euch) gibt es dann aber die nächsten News "aus dem Land der Freien und der Heimat der Mutigen" :)

Viele liebe Grüße in die Heimat, besonders nach K-town: wir denken ganz fest an Euch und haben Euch lieb!