Royal Oak, Detroit/Michigan.
Während ich diesen Artikel schreibe, sind wir gerade auf dem Rückweg von Kanada - es war einzigartig, spektakulär und atemberaubend (mehr Superlative habe ich gerade nicht parat)! Ich könnte ein ganzes Buch über die Niagara Fälle schreiben, aber da Andere das bereits vor mir gemacht haben, lass ich das lieber bleiben und versuche mich kurz zu fassen. Von den 244 Fotos, die ich in den letzten beiden Tagen geschossen habe, gibt's hier 25 zu sehen, plus drei Collagen.
Am Sonntag sind wir also kurz vor 10 Uhr vormittags Richtung Ontario/Kanada aufgebrochen, und haben nicht die naheliegende Brücke in Detroit überquert, sondern erst knapp eine Stunde später die Grenze bei Port Huron passiert. In Kanada fühlt man sich als Deutsche gleich heimisch: es gibt dort nämlich das metrische System, dh. die Entfernungen werden in Kilometern angegeben (anstatt Meilen), Benzin gibt es in Litern (anstatt Gallons) und die Temperatur wird in Grad Celsius gemessen (anstatt Fahrenheit).
Nach insgesamt etwa viereinhalb Stunden Fahrt waren wir dann bei den Niagara Fällen und in der gleichnamigen Stadt, Niagara Falls. Der Niagara-Fluss verbindet die beiden großen Seen, Lake Ontario im Norden und Lake Erie im Süden, und irgendwo entlang der Strecke..., naja, da geht's ziemlich steil bergab :)
Der Fluß (bzw. die Fälle) bilden eine weitere Staatsgrenze, dh. man kann die Wasserfälle entweder auf amerikanischem oder kanadischem Boden bewundern. Die kanadische Seite soll laut diversen Reiseführern die Sehenswertere sein, da man hier einen besonders guten Blick auf die "Horseshoe-Falls" (die Hufeisen-Fälle) hat. Über den Fluß geht die Rainbow-Bridge, allerdings gibt es auch hier Passkontrollen und lange Warteschlangen, so dass wir ausschließlich auf der kanadischen Seite geblieben sind.
Zuerst haben wir in unserem Hotel, dem Crowne Plaza, eingecheckt - das Hotel liegt in unmittelbarer Nähe der Wasserfälle, die man sogar von unserem Zimmerfenster aus sehen konnte! Unser erster Weg führte uns dann zur Anliegestelle der "Maid of the Mist" (dem "Mädchen des Nebels"), ein Schiff, auf dem man direkt ins Becken der Wasserfälle fährt - und dabei ordentlich nass wird, weshalb wir auch diese lächerlichen blauen Kutten trugen und ganz schön darunter schwitzten!
Nach dieser ersten hautnahen Begegnung mit den Wasserfällen haben wir dann erstmal die Stadt erkundet. Das Vergnügungsviertel von Niagara Falls ist laut und bunt, und hat auf engstem Raume vermutlich mehr Attraktionen zu bieten als Magic Kingdom und die Universal Studios zusammen. Es gibt u.a. ein Riesenrad, ein auf dem Kopf stehendes Haus in Originalgröße, eines der beliebten Ripley's "Believe it or not"-Museen, diverse Wachsfiguren-Kabinette, Horrorhäuser, Laserlabyrinthe, 3D/4D-Rides, ein paar Casinos, einen Wasserpark, einen Harley-Davidson-Shop (das obligatorische Bild von John auf der Harley gibt's natürlich auch), das Hard-Rock-Café und Planet Hollywood, sowie noch tausend andere Fress-Tempel und noch viel, viel mehr.
Da man sich von dem Riesenangebot erstmal wie erschlagen fühlt, haben wir uns alles erstmal nur von Außen angesehen. "Diniert" haben wir dann im Rainbow-Room, im 10. Stock des Crowne-Plaza, mit überwältigendem Blick auf die Wasserfälle. Wenn die Übernachtung dort auch erstaunlich günstig war (im Vergleich zur Absteige, die uns außerhalb San Diegos erwartet), so waren die Preise für das Abendessen ganz schön gewagt: eine Portion Spaghetti Carbonara gab's für 29 Dollar + Steuern, an die Preise für die Fleischgerichte kann ich mich gar nicht erinnern, für uns fünf gab's gestern jedenfalls Nudeln mit Aussicht :)
Nach dem Essen sind wir weiter durch die Stadt gezogen, bis es so gegen 21:00 Uhr so langsam an der Zeit war, sich einen guten Aussichtsplatz zu sichern: Bei Einbruch der Dunkelheit wurden die Wasserfälle dann von bunten Lichtern in wechselnden Farben beleuchtet, und pünktlich um 22:00 Uhr begann ein atemberaubendes Feuerwerk - es gab sogar Raketen, die in Herzform explodierten! Obwohl die Fotos diesmal ausnahmsweise nicht völlig verkorkst sind, bringen sie leider nicht annähernd die Atmosphäre des Abends rüber!
Frühstück gab's dann heute wieder im Rainbow-Room, danach standen u.a. ein Besuch bei Ripley's und eine Fahrt im Riesenrad auf dem Programm. Abschließend haben wir noch ein paar Fotos von einer Stelle oberhalb der Wasserfälle geschossen, und sind dabei wieder schön geduscht worden - selbst der Fotoapparat hat kurzfristig einen kleinen Wasserschaden erlitten, funktioniert jetzt aber gottseidank wieder einwandfrei.
Mittlerweile sind wir wieder zu Hause in Royal Oak, das Haus steht noch und scheinbar hat Patsy auch keine wilde Party gefeiert (John hatte sie diesbezüglich gewarnt, bevor wir gestern losgefahren sind). Viel Zeit bleibt uns nun nicht mehr hier in Royal Oak, am Donnerstag geht unser Flieger nach San Diego. Größere Pläne haben wir für die letzten Tage noch nicht gemacht, aber ich denke, dass ich mich nochmal aus Michigan melden werde.
Viele Grüße über den Atlantik,


