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Freitag, 10. September 2010

Back in K-Town

Krausenbechhofen/Bayern. Von Reisestrapazen und Sprachbarrieren, missglückter Völkerverständigung und mehr

Wie Ihr seht, sind wir wieder heil zu Hause angekommen – nach einer langen, nervenaufreibenden Heimreise. Als wir in Boston in das Flugzeug nach Paris stiegen, war die Laune eh schon etwas getrübt (Nikotinentzug und die Aussicht auf weitere sechs Stunden ohne Zigarette). Eigentlich hatten wir für den Rückflug Plätze in einer Zweierreihe reserviert, so dass wir sowohl am Fenster als auch am Gang sitzen (wie bei der Hinreise). Dummerweise wurde ja unsere Heimflugroute geändert, so dass wir plötzlich nicht mehr mit KLM unterwegs waren sondern den Händen von Air France ausgeliefert waren. Die Maschine hatte eine 3-4-3-Sitzaufteilung, wir saßen in der Viererreihe – und zwar genau mittig. Kein Fenster, kein Gang, eingepfercht wie Schlachtvieh, an Schlaf war nicht zu denken. Ich war ziemlich angenervt (habe die Situation aber schweigend hingenommen), während John lauthals schimpfend auf sich aufmerksam machte – das F-Wort fiel auch mehrmals.

Als besonders störend empfanden wir die bekannte Auffassung der Franzosen, dass ihre Sprache die einzig gültige ist, und wer diese nicht beherrscht, hat halt Pech gehabt. Sämtliche Durchsagen waren auf Französisch, dann gab es eine knappe und zudem leider völlig unverständliche englische Übersetzung, das war’s dann (hätte der Flieger spontan Kurs auf Timbuktu genommen, wir hätten nichts davon mitgekriegt). Es gab einen Film (Prince of Persia) und eine Arte-mäßige Dokumentation über den Fußballnachwuchs in Frankreich – ein Kanal war natürlich auf Französisch, der andere englisch synchronisiert, allerdings ohne den Originalton auszublenden, so dass man wieder kein Wort verstanden hat. Außerdem gab es noch acht Radiostationen die ausschließlich französische Musik gespielt haben, egal ob Pop, Chansons oder Easy Listening (Rock gibt’s bei denen scheinbar gar net) – alles wurde in Landessprache gesungen.

Gerade als wir uns über diese Unsitte der Franzosen aufregten, anderen ihre Kultur aufzuzwingen, wurde das Essen serviert. Ich wurde von der Stewardess im rechten Gang bedient, die – oh Wunder – tatsächlich fragte, ob man „beef“ oder „fish“ wollte. Kurz darauf wendete sich der Flugbegleiter im linken Gang an John und fragte im tiefsten nasalen Französisch „le boeuf ou le poisson, Monsieur?“, woraufhin John stirnrunzelnd und voller Verachtung „I asume you just asked me if I wanted the beef or the fish“ antwortete und noch ein „I want the beef!“ hinterherbellte. Eine göttliche Situation die – zumindest mir – die gute Laune zurückbrachte.

Nach den längsten sechs Stunden unseres Lebens waren wir dann endlich in Paris, das freundliche „A bientot“ auf dem Monitor quittierte John – dann schon deutlich besser gelaunt – mit einem trockenen „Ja, ich bien jetzt auch tot.“ Dann eilten wir (den französischen Schildern folgend) zum nächsten Terminal und schon ging’s weiter nach Nürnberg – wieder mit Air France, aber diesmal hat der Flug nur eine Stunde gedauert und war somit leichter zu ertragen. In Nürnberg wurden wir von meinem Vater und zu Hause dann von meiner Mutter herzlich in Empfang genommen, und dann ging’s nach einem insgesamt fast 24-stündigen Heimreise-Marathon erstmal für ein paar Stunden in die Falle.

So, das war’s erst einmal mit der Live-Berichterstattung unserer USA-Reise, wir danken Euch für Euer Interesse, das Lob und die aktive Teilnahme! Aber selbstverständlich ist hier noch nicht Schluss, wir haben noch jede Menge Material und auch Bilder für ein paar „Outtakes“, die wir in unseren Berichten aus Zeitmangel noch nicht ausführlicher beschreiben konnten. Schaut also gelegentlich mal wieder hier vorbei, es gibt noch viel zu berichten!

Merci et a bientot,