Palm Coast/Florida. Von Faulenzern und Gamblern, flotten Tierchen und mehr
Wir sind noch immer in Palm Coast und wollten uns
nach der ganzen Action der letzten Wochen heute mal etwas Ruhe am Strand
gönnen – aber selbstverständlich wurde dann doch wieder ein
abwechslungsreicher und lustiger Tag daraus.
Nach dem Frühstück ging’s gleich runter zum Meer und
das ist vermutlich das Angenehmste, was man bei diesen Temperaturen
hier in Florida machen kann. Erst vorhin haben wir im Wetterbericht
gehört, dass es in Daytona Beach (ca. 30 Minuten von hier) der heißeste
Sommer aller Zeiten ist. Da wir keinen Sonnenschirm haben und das
Herumliegen in der prallen Sonne auf die Dauer auch nicht das Wahre ist,
haben wir die meiste Zeit im Meer geplanscht; die Wellen waren herrlich
(Nachwehen des letzten Hurricanes, der mittlerweile nach North Carolina
gewandert ist) und auch die Surfer hatten ihren Spaß.
Am frühen Nachmittag haben wir unsere Sachen
gepackt, ein bißchen den Ort erkundet und dann spontan beschlossen, am
Abend noch nach Daytona Beach in den Kennel Club & Poker Room zu
fahren. Die Badezimmer-Armaturen und der Ablauf eines Restaurant-Besuchs
mögen hier in den USA vielleicht ganz anders sein als in Deutschland –
aber Pokern funktioniert hier ganz genauso wie bei uns. Auch hier wird
so Schrott wie 7-4 gegen jedes Pre-Flop-Raise gespielt, aber auch „nur
weil’s suited war und diese Hand nie verliert“. Und nebenbei erzählt man
sich abwechselnd bis ins kleinste Detail die Highlights seiner
persönlichen Bad-Beat-History – wir haben uns fast wie in der Triangel
gefühlt. Unterm Strich blieb nach Abzug der Getränkerechnung immerhin
ein Gewinn von sechs Dollar.
Viel interessanter war allerdings die
Hauptattraktion des Kennel Club – nämlich die Windhund-Rennbahn. Die
Zigarettenpausen haben wir so gelegt, dass man dabei gemütlich draußen
ein Rennen hautnah verfolgen konnte, aber auch im Pokersaal hingen
überall Fernseher, auf denen das ganze Geschehen live übertragen wurde.
Schön waren auch zwischendurch die „Adopt a retired
Greyhound-Athlete“-Werbungen. Keine Angst, wir haben kein Geld auf die
Windhunde gewettet, aber vor jedem Rennen (bei dem die Hunde einzeln
vorgestellt wurden) haben wir uns einen Favoriten rausgesucht. John
hatte dabei eindeutig den besseren Riecher, ich hab mich zu sehr von der
Farbe des Trikots beeinflussen lassen – egal wie räudig die Köter
waren, im grell pinkfarbenen Leibchen mit der Nummer 1 sahen sie für
mich immer superschnell aus. Gewonnen haben sie nie. Natürlich hab ich
wieder geknipst wie ein Weltmeister, aber die Hunde waren einfach zu
schnell für ein richtig gutes Bild – erst am Schluss fiel mir ein Schild
auf, das Fotografieren mit Blitzlicht während der Rennen untersagt –
uuups…










