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Freitag, 3. September 2010

No-Limit Daytona Beach Hold'Em

Palm Coast/Florida. Von Faulenzern und Gamblern, flotten Tierchen und mehr


Wir sind noch immer in Palm Coast und wollten uns nach der ganzen Action der letzten Wochen heute mal etwas Ruhe am Strand gönnen – aber selbstverständlich wurde dann doch wieder ein abwechslungsreicher und lustiger Tag daraus.

Nach dem Frühstück ging’s gleich runter zum Meer und das ist vermutlich das Angenehmste, was man bei diesen Temperaturen hier in Florida machen kann. Erst vorhin haben wir im Wetterbericht gehört, dass es in Daytona Beach (ca. 30 Minuten von hier) der heißeste Sommer aller Zeiten ist. Da wir keinen Sonnenschirm haben und das Herumliegen in der prallen Sonne auf die Dauer auch nicht das Wahre ist, haben wir die meiste Zeit im Meer geplanscht; die Wellen waren herrlich (Nachwehen des letzten Hurricanes, der mittlerweile nach North Carolina gewandert ist) und auch die Surfer hatten ihren Spaß.


Am frühen Nachmittag haben wir unsere Sachen gepackt, ein bißchen den Ort erkundet und dann spontan beschlossen, am Abend noch nach Daytona Beach in den Kennel Club & Poker Room zu fahren. Die Badezimmer-Armaturen und der Ablauf eines Restaurant-Besuchs mögen hier in den USA vielleicht ganz anders sein als in Deutschland – aber Pokern funktioniert hier ganz genauso wie bei uns. Auch hier wird so Schrott wie 7-4 gegen jedes Pre-Flop-Raise gespielt, aber auch „nur weil’s suited war und diese Hand nie verliert“. Und nebenbei erzählt man sich abwechselnd bis ins kleinste Detail die Highlights seiner persönlichen Bad-Beat-History – wir haben uns fast wie in der Triangel gefühlt. Unterm Strich blieb nach Abzug der Getränkerechnung immerhin ein Gewinn von sechs Dollar.

Viel interessanter war allerdings die Hauptattraktion des Kennel Club – nämlich die Windhund-Rennbahn. Die Zigarettenpausen haben wir so gelegt, dass man dabei gemütlich draußen ein Rennen hautnah verfolgen konnte, aber auch im Pokersaal hingen überall Fernseher, auf denen das ganze Geschehen live übertragen wurde. Schön waren auch zwischendurch die „Adopt a retired Greyhound-Athlete“-Werbungen. Keine Angst, wir haben kein Geld auf die Windhunde gewettet, aber vor jedem Rennen (bei dem die Hunde einzeln vorgestellt wurden) haben wir uns einen Favoriten rausgesucht. John hatte dabei eindeutig den besseren Riecher, ich hab mich zu sehr von der Farbe des Trikots beeinflussen lassen – egal wie räudig die Köter waren, im grell pinkfarbenen Leibchen mit der Nummer 1 sahen sie für mich immer superschnell aus. Gewonnen haben sie nie. Natürlich hab ich wieder geknipst wie ein Weltmeister, aber die Hunde waren einfach zu schnell für ein richtig gutes Bild – erst am Schluss fiel mir ein Schild auf, das Fotografieren mit Blitzlicht während der Rennen untersagt – uuups…


Mittlerweile haben wir für eine weitere Nacht hier in Palm Coast verlängert, morgen geht’s nochmal ein bißchen an den Strand und danach wieder nach Daytona Beach zum Speedway. Und falls uns für die Abendplanung nichts einfällt, gibt’s ja immer noch die Greyhound-Rennen…