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Sonntag, 1. Juli 2012

Let's go to the Mall!

Royal Oak/Detroit, Michigan.


Der besondere Gruß geht heute an alle "How I met your mother"-Freunde, die angesichts der heutigen Headline bestimmt gerade den Superhit von Robin Sparkles im Kopf haben - gern geschehen! ;)

So, wo war ich gestern stehen geblieben? Ach ja, wir wollten zu AAA, um die Tourbooks für Florida zu holen. Außerdem wollten wir dort noch das Hotel für die ersten beiden Nächte in San Diego buchen, aber das war doch ein schwierigeres Unterfangen als geahnt: Offensichtlich ist San Diego an dem geplanten Wochenende "The place to be", und so mussten wir ein völlig überteuertes Hotel  der unteren Qualitätsklasse um die 50 Meilen außerhalb von San Diego nehmen - wir sind schon gespannt, in welcher Bruchbude Luxushütte wir dann wohl nächtigen werden. Bis jetzt haben wir übrigens noch nicht herausgefunden, welcher Bär an diesem Wochenende in Südkalifornien steppt, aber Johns Freund Kerry meint, es finden wohl wieder einige Kundgebungen der Schwulengemeinde statt, die für die gleichgeschlechtliche Ehe die Werbetrommel rühren (lieber Stefan: möchtest Du nicht spontan in zwei Wochen nach San Diego jetten, um John in dieser schweren Zeit moralisch beizustehen, so wie letztes Jahr beim Grand Prix? *gg*). Ansonsten haben wir gestern nur noch kleinere Besorgungen gemacht, und dann den Abend (und einen großen Teil der Nacht) in einer Bar - "On the Rocks" - verbracht, nett geplaudert, gut gegessen (z.B. flambierten Käse), gut getrunken (z.B. einen leckeren "Mango Tango"), und den ein oder anderen Schwank von zu Hause erzählt (Stichwort: "bei mir hat's Rouladen gegeben...")

Heute ging es dann endlich wieder zur riesigen "Great Lakes Crossing" Mall - ohne Witz, ich würde am liebsten mit Sack und Pack dort einziehen! John zu Liebe haben wir wieder jede Menge Zeit im "Bass Pro" Shop für Outdoor-Equipment verbracht, aber wir haben auch schon ein paar sehr, sehr coole Geschenke für die Daheimgebliebenen gekauft - für meinen Vater haben wir natürlich wieder etwas extra Ausgefallenes ergattert... (mehr kann ich nicht sagen, wo Du Dich doch jetzt so tapfer mit dem Laptop schlägst und alles live mitverfolgen kannst *gg*). Obwohl die Auswahl der Fressbuden wieder unüberschaubar war, fiel uns die Auswahl nicht schwer: endlich wieder Taco Bell! Und John konnte natürlich auch dem Schokoladengeschäft nicht widerstehen, um sich dort eine riesige Erdbeere im Schokomantel zu gönnen.

Auf dem Rückweg haben wir dann noch einen Abstecher zu "Costco" (ähnlich der deutschen Metro) gemacht - hier kann man Lebensmittel in XXL-Packungen kaufen, Elektrogeräte, Klamotten, und noch viel mehr, allerdings muss man Mitglied sein (gegen einen Jahresbeitrag), um von den günstigen Preisen zu profitieren.

Wieder zurück in der Barrett Avenue haben wir dann erstmal ein kleines Nickerchen gemacht - fünf Stunden Schlaf pro Nacht ist wohl auf Dauer auch nicht so gesund :) John schläft noch immer, während ich mich wieder um die Berichterstattung kümmere. Später wollen wir noch in ein Bowling Center gehen, ansonsten haben wir noch keine weiteren Pläne für heute Abend gemacht.

Macht's gut für heute, und fallt in keinen Briefkasten :)




 

Samstag, 11. September 2010

Outtake No. 1: Only in America...

Von grünen Zahnstochern und Bauchnabelbürsten, lustigen Gummis und viel viel mehr



Immer wenn jemand aus unserer Familie auf Reisen geht, lautet der Standardspruch meines Vaters: „Und bringt fei grüne Zahnstocher mit!“ Bisher ist noch niemandem dieses Unterfangen geglückt, umso zuversichtlicher waren wir, in den USA die grünen Zahnstocher (aus Holz, nicht aus Plastik) zu finden – hier gibt’s doch schließlich alles, oder? Dummerweise haben wir in den ersten Wochen nicht akribisch genug gesucht, denn kaum hatten wir Michigan verlassen, meldete sich Lucretia bei uns, um zu sagen, sie hätte grüne Holz-Zahnstocher in einem Supermarkt gesehen. Von dem Moment an war natürlich insbesondere Johns Ehrgeiz geweckt, wobei die Herausforderung hauptsächlich darin bestand, in einem riesigen amerikanischen Supermarkt das entsprechende Regal zu finden – oder wüsstet Ihr auf Anhieb, wo man da nach Zahnstochern suchen soll? (Meistens waren sie nicht weit von Backpapier, Alupfannen, Servietten und Strohhalmen – nur falls jemand auf seiner nächsten USA-Reise mal dringend Zahnstocher benötigen sollte).

Ganz besonders schlimm wurde es an unseren letzten beiden Tagen in Florida, da John nun langsam die Torschlusspanik überkam: Egal ob Tankstelle, kleiner Drugstore oder Riesensupermarkt: überall wurde jetzt Halt gemacht, um die verdammten Zahnstocher zu finden. Leider wurden unsere Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt – es gab entweder nur die ganz einfachen aus Holz oder Grüne aus Plastik, was umso bedauerlicher war, da wir nun ja wussten, dass es die Dinger tatsächlich in Amerika gibt. Allerdings scheint mein Vater auch von unserem Alternativgeschenk „for the person who has everything“ hellauf begeistert zu sein, das wir in Nashville gefunden haben: Eine Fusselbürste für den Nabel, mit einem kleinen Bürstenkopf aus kuscheligem rotem Plüsch – wenn das mal kein gelungener Ersatz ist!

Es gab aber auch allerhand andere witzige und nützliche Sachen, die es vielleicht auch in Deutschland geben mag, wir allerdings hierzulande noch nicht entdeckt haben. Als besonders praktisch vom ersten Tag an erwiesen sich sogenannte Bottle Tops, Flaschenhälse aus Plastik mit Verschluss, die man auf Getränkedosen anbringen kann. Anders als bei uns gibt es in Amerika Getränke noch hauptsächlich in Dosen, die zusammen mit Papier, Restmüll und Plastik alle im gleichen Mülleimer landen – nur in Michigan gibt’s Pfand auf die Dosen, so dass sich das getrennte Sammeln lohnt.

Mit den Bottle Tops wird nicht nur das Trinken aus der Dose angenehmer, auch das Getränk wird nicht so schnell fad, außerdem können keine Wespen reinschlüpfen und zudem kann man die Dose auch bequem im Auto transportieren, ohne etwas zu verschütten. Wenn man allerdings einen undichten Verschluss oder eine leicht verbeulte Dose erwischt, kann’s schon mal ne etwas größere Schweinerei im Auto geben (wir wissen das aus Erfahrung). Besonders wichtig ist auch, dass man die Dose öffnet, bevor man den Bottle Top anbringt (da das Teil bombenfest sitzt und nur schwer wieder zu lösen ist – die Dose bleibt dabei nur selten heil). Außerdem sollte man beim Aufstülpen des Kopfes sehr behutsam vorgehen, John ist bei seinem ersten brachialen Versuch abgerutscht und hat sein ganzes Mountain Dew über den Küchentisch (und seine Mutter) verteilt. Insgesamt waren die Bottle Tops jedoch angenehme und nützliche Begleiter während unserer gesamten Reise.

Nützliche Begleiter sind für viele Frauen sicherlich auch solche Handtaschen, wie Sandy eine hat: die Basistasche ist – vermutlich – mit Metallfäden durchzogen, die verschiedenen Ummantelungen sind magnetisch und können jederzeit ausgetauscht werden, so dass die Handtasche farblich und stylisch immer zur Kleidung passt und man sich das Umräumen des Tascheninhaltes erspart. Gottseidank bin ich nicht so sehr auf Handtaschen abgerichtet, sonst hätten wir der Zahnstocher-Suche noch eine weitere Mission hinzufügen müssen.

Was man nicht suchen muss, weil es das an jeder Ecke gibt, sind die sogenannten Silly Bands, scheinbar der letzte Schrei in den USA. Dabei handelt es sich um dünne Gummiarmbänder in Quietschfarben und allen erdenklichen Formen, ob Tier-Silhouetten, Sterne, Buchstaben oder die Umrisse von Disney-Figuren – zu jedem Thema gibt es verschiedene Beutelchen mit ca. zehn Bändern zu kaufen, und das wirklich überall! Schön sind sie nun wirklich nicht, aber wir haben Hanna mal zwei Tütchen mitgebracht – sollte dieser seltsame Trend nach Deutschland schwappen (wovon auszugehen ist, bei der Rewe soll’s schon welche geben), wird sie eine der Vorreiterinnen sein – und ihr scheinen sie ja zu gefallen.


Über die riesige Auswahl unterschiedlicher Lebensmittel braucht man eigentlich gar nicht weiter zu reden. Jedes Mal, wenn wir mit hängenden Köpfen aus dem Zahnstocher-Gang geschlichen sind, wollte John noch einen Abstecher zu den Süßigkeiten machen. Die perverseste Ausbeute war einmal eine riesige Sammeltüte mit 22 einzeln verpackten Mini-Chipstüten verschiedener Marken und Geschmacksrichtungen (die sich für den kleinen Hunger zwischendurch dann allerdings doch als ganz brauchbar herausstellten). Für John waren die Ausflüge in die Süßigkeitenabteilungen wie eine Stippvisite im Schlaraffenland und ich machte erstmals Bekanntschaft mit so Sachen wie Cracker-Jacks und Life Savers. Überwältigend fand selbst John die riesige Auswahl an Popcorn in sämtlichen Variationen, während ich wahrscheinlich die Poptarts (die bereits erwähnten Kekse für den Toaster) am meisten vermissen werde.

Wir haben natürlich eingekauft wie die Weltmeister, und so kann auch die Beschäftigung mit dem Wechselgeld zu einem interessanten Zeitvertreib werden. So wie man bei uns mal gelegentlich aus Langeweile einen Blick auf die Münzen wirft, um zu sehen, aus welchem Euro-Land sie stammen, kann man in den USA die Quarters (25 Cent Stücke) unter die Lupe nehmen. Manche haben nur das Symbol der Vereinigten Staaten auf der Rückseite, andere sind sogenannte State-Quarters mit typischen Symbolen der verschiedenen Bundesstaaten – bei Michigan sind beispielsweise die Großen Seen abgebildet. Eigentlich wollten wir die State-Quarters der von uns besuchten Staaten sammeln, haben dieses Hobby allerdings auch nicht leidenschaftlich genug betrieben, so dass uns immer noch Kentucky fehlt. Mittlerweile schmieden wir schon die nächsten Reisepläne – und beim nächsten Mal haben wir dann hoffentlich die State Quarters von Arizona, Nevada und Kalifornien im Gepäck. Und definitiv die grünen Zahnstocher...


Donnerstag, 26. August 2010

Bye bye, Michigan

Royal Oak/Michigan. Von Nightlife und Hillbillies, Abschiedsgeschenken und mehr


So, da sind wir wieder, heute mit dem letzten Update aus Michigan. Nach dem vollgepackten Programm der ersten Woche haben wir es in den letzten Tagen etwas ruhiger angehen lassen. Hauptsächlich haben wir das getan, was die Leute hier scheinbar pausenlos tun: Einkaufen und Essen gehen. Unter anderem waren wir auch endlich bei Tim Horton’s, einer Coffeeshop-Kette, die hier wesentlich populärer ist als Starbucks. John’s Mutter beispielsweise, die eigentlich kaum das Haus verlässt, setzt sich jeden Nachmittag in ihr Auto um sich dort ihren Coffee-to-go zu holen und mit den Angestellten zu plaudern.

Dienstag Nacht waren wir außerdem Downtown Detroit und haben dort die Innenstadt unsicher gemacht – wobei das ein lustiger Gedanke ist, wenn man Detroit’s Ruf bedenkt. John’s Mom hat uns übrigens T-Shirts mit entsprechenden Botschaften gekauft: John hat den Slogan „Detroit – where the weak are killed and eaten“, auf meinem steht „Come back to Detroit – we’ve missed you“ und darunter ist der Lauf einer Pistole abgebildet. Ich mag diese Art von Humor.

Gestern Abend standen die Hillbilly Olympics in Toby Keith’s „I love this Bar & Grill“ auf dem Programm. Klingt aber viel spektakulärer als es tatsächlich war: es gab Bullenreiten, Karaoke und einige Wurfspiele, das Ganze wurde präsentiert von WYCD, Detroit’s Country Sender. Allerdings liefen alle Spiele eher im Hintergrund ab, so dass es unterm Strich einfach nur ein netter Abend in einer coolen Bar war. Wir waren mit Lucretia und Chris, Kerry, Kim und Kerry’s Schwester Wendy dort, außerdem hat Kim mit ihrer nicht gerade zurückhaltenden Art auch noch zwei Texas-Cowboys mit in die Runde gebracht.

Zum Abschied hat Kim mein Gesicht mit beiden Händen gepackt, mir gesagt dass sie mich liebt, und mir einen feuchten Schmatzer auf die Stirn gegeben – dann hat sie mir noch ihren eigenen Hello Kitty Schlüsselanhänger geschenkt, damit ich eine Erinnerung an sie habe. Als ob ich sie je vergessen könnte! Aber ganz ehrlich – irgendwie liebe ich Kimmi auch… Lucretia, meine favourite sister-in-law-to-be (darauf hat sie Wert gelegt), hat mir einen Anhänger von Mackinac Island für mein Armband geschenkt und John hat einen ganzen Beutel voller Erinnerungsstücke überreicht bekommen, mit USA-Flagge, einem „Made in Detroit“-T-Shirt und mehr.


Heute ist unser letzter Tag hier in Michigan, und ich wünschte fast, wir könnten den ganzen Rest einfach streichen und hier bleiben – oder Alle mitnehmen nach Florida. Später holen wir unser Mietauto vom Flughafen ab und heute Abend geht’s auf Brendans Wunsch zu Red Lobster zu einem letzten gemeinsamen Dinner. Morgen nach dem Frühstück werden wir in Richtung Ohio aufbrechen und zwei Nächte dort bei John’s Schwester Sandy und ihrer Familie bleiben. Es könnte nun ein bißchen schwierig werden, Euch weiterhin mit aktuellen Berichten zu versorgen, da wir jetzt auf öffentliche Hotspots angewiesen sind – spätestens wenn wir in Florida sind, dürften wir dann aber WiFi in unserem Hotel haben.

From Detroit, with Love,

Donnerstag, 19. August 2010

The Mall: Shop til you drop

Royal Oak/Michigan. Von Indoor-Regen und Outdoor-Freaks, Countrystars und mehr


Es wird besser mit der Zeitumstellung - heute haben wir schon mal bis acht geschlafen. Und sitzen wieder bei Kaffee und Zigaretten in der strahlenden Morgensonne draußen im Garten. Wie bereits angekündigt, stand gestern ein Besuch in der Great Lakes Crossing Mall auf dem Programm - und so ein amerikanisches Mega-Einkaufszentrum ist schon wirklich ein Erlebnis für eine deutsche Landpomeranze wie mich.

Um nur mal ein Beispiel zu nennen: Im Rainforest Café gibt's nicht nur animierte Krokodile und echte tropische Riesenfische, sondern auch künstlich erzeugten Dunst und Regen zwischen den einzelnen Sitzgruppen! John - der ja gewöhnlich nach einem fünfminütigen Arcadenbummel schon "müde" ist - war nicht wiederzuerkennen: Kein Schuh- oder Sportgeschäft war vor ihm sicher, ebensowenig die Cup Cake Bakery. Sein Höhepunkt - und mein persönlicher Todpunkt - war aber sicherlich die "Bass Pro"-Filiale für Outdoor-Equipment. Gottseidank sind diverse Angelruten, Netze und Speedboote nur schwer im Koffer zu verstauen, so dass es dann lediglich bei ein paar T-Shirts blieb.


Auf dem riesigen Gelände befindet sich übrigens auch "Toby Keith's I love this Bar & Grill". Toby Keith selbst (einer der größten Stars der US-Countryszene) wird leider erst Ende des Monats wieder vor Ort sein, wenn wir schon wieder weg sind. Dafür finden nächste Woche dort die Hillbilly Olympics statt - na gottseidank haben wir in letzter Sekunde noch unsere Cowboyboots in den Koffer geworfen (die ich am Dienstag am Check-In-Schalter noch verflucht habe).

Ansonsten durften wir gestern Zeuge einer merkwürdigen Arbeitsteilung werden (siebzehn in Sicherheitswesten gekleidete Arbeiter - John hat sie gezählt - sahen zu, wie ein Einzelner einen Ast von einem Baum absägte), John wurde vernichtend bei Bohnanza geschlagen (klar, wenn meine Mutter als Verbündete fehlt), abends gab es Fleisch- und Gemüsespieße vom Grill, und danach ging's nochmal mit Bosco um dem Block.

Heute haben wir einen Besuch im Henry Ford Museum geplant und selbstverständlich werden wir Euch wieder dran teilhaben lassen - allerdings kann ich nicht versprechen, dass wir weiterhin ein tägliches Update zustande bringen (jetzt da wir uns langsam an die Zeitumstellung gewöhnen und morgen vermutlich nochmal nen Zacken länger schlafen). Wir bedanken uns für die Aufmerksamkeit und die reservierten Lakritzschnecken!