Samstag, 28. August 2010

On the Road with Sally and Saul

Somerville/Ohio. Von Autos und Pinkelpausen, eiskalten Überraschungen und mehr


Die erste Etappe unseres Roadtrips auf dem „Dixie Highway“ I-75 Richtung Florida liegt hinter uns. Gestern nach dem Frühstück sind wir in unserem gemieteten Dodge Charger (den wir liebevoll Saul getauft haben) Richtung Ohio aufgebrochen. Unterwegs gab’s nur einen kurzen Zwischenfall, als John fluchend, jodelnd und zappelnd hinterm Steuer saß, weil er die letzte Toilette verpasst hatte und meilenweit keine andere mehr in Sicht war – in letzter Minute tauchte dann doch noch eine Tankstelle auf, so dass wir gutgelaunt weiterfahren konnten. Mithilfe von Sally, dem aus Deutschland mitgebrachten Navi sind wir dann nach knapp fünf Stunden in Somerville bei John’s Schwester Sandy und ihrem Mann Lonnie angekommen.

Für eine Verschnaufpause war keine Zeit, denn nach unserer Ankunft haben wir erstmal Sandy’s Sohn Seth von der Schule abgeholt, dann ging’s zum Essen ins Texas Roadhouse. Danach reichte die Zeit gerade noch aus, um Seth’s Ausrüstung von zu Hause zu holen, denn dann stand auch schon das Football-Training auf dem Programm. Das Kuriose: Hier sind die Eltern dazu verpflichtet, während des zweistündigen Trainings anwesend zu sein – und das dreimal pro Woche! Das Schöne an unserer Reise bisher ist, das wir uns nie wie Touristen vorkommen, sondern immer direkt Anteil am normalen amerikanischen Alltagsleben haben.

So gegen acht Uhr abends sind wir dann heimgekommen und haben erstmal das Haus und das weitläufige Grundstück erkundet. Hier ist es wunderschön! Somerville ist ein ruhiges, kleines Städtchen und Sandy’s Haus liegt etwas außerhalb. Hinter dem Haus befindet sich eine große Wiese und ein kleines Wäldchen, nebenan gibt es zwei kleine Teiche, in denen man angeln kann (und das – dreimal dürft Ihr raten – ist genau das, was John im Moment tut). Ansonsten haben wir hier ein Trampolin, einen großen Swimmingpool und einen Whirlpool auf der Terrasse.


Letzteren werde ich definitiv heute Abend nutzen, da mein Tag heute mit einer kalten Dusche angefangen hat – und mit kalt meine ich eiskalt! Nachdem ich mich endlich mit den verwirrenden Armaturen in Royal Oak angefreundet hatte, war ich heute Morgen mit der Dusche hier völlig überfordert. Meine Hilferufe hat keiner gehört (das ist der Nachteil an einem so großen Haus) und so musste ich dann quietschend und fluchend kalt duschen. John hatte nach mir natürlich mit einem Handgriff warmes Wasser und alle haben sich prächtig über mich amüsiert.

Heute wollen wir nur einen kleinen Bummel durch Somerville machen und vielleicht Seth’s Fuhrpark testen: Er hat ein Go-Kart, ein Minibike und zwei andere „Four-Wheelers“ mit denen man über die Wiese heizen kann. Ansonsten muss ich erst noch austüfteln, wie ich hier ins Internet komme – sollten alle Stricke reißen, wird Euch dieser Bericht irgendwann von unterwegs erreichen.

Liebe Grüße von einer heute putzmunteren Barbara und einem schadenfrohen John!

 

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