Somerville/Ohio. Von Autos und Pinkelpausen, eiskalten Überraschungen und mehr
Die erste Etappe unseres Roadtrips auf dem „Dixie
Highway“ I-75 Richtung Florida liegt hinter uns. Gestern nach dem
Frühstück sind wir in unserem gemieteten Dodge Charger (den wir
liebevoll Saul getauft haben) Richtung Ohio aufgebrochen. Unterwegs
gab’s nur einen kurzen Zwischenfall, als John fluchend, jodelnd und
zappelnd hinterm Steuer saß, weil er die letzte Toilette verpasst hatte
und meilenweit keine andere mehr in Sicht war – in letzter Minute
tauchte dann doch noch eine Tankstelle auf, so dass wir gutgelaunt
weiterfahren konnten. Mithilfe von Sally, dem aus Deutschland
mitgebrachten Navi sind wir dann nach knapp fünf Stunden in Somerville
bei John’s Schwester Sandy und ihrem Mann Lonnie angekommen.
Für eine Verschnaufpause war keine Zeit, denn nach
unserer Ankunft haben wir erstmal Sandy’s Sohn Seth von der Schule
abgeholt, dann ging’s zum Essen ins Texas Roadhouse. Danach reichte die
Zeit gerade noch aus, um Seth’s Ausrüstung von zu Hause zu holen, denn
dann stand auch schon das Football-Training auf dem Programm. Das
Kuriose: Hier sind die Eltern dazu verpflichtet, während des
zweistündigen Trainings anwesend zu sein – und das dreimal pro Woche!
Das Schöne an unserer Reise bisher ist, das wir uns nie wie Touristen
vorkommen, sondern immer direkt Anteil am normalen amerikanischen
Alltagsleben haben.
So gegen acht Uhr abends sind wir dann heimgekommen
und haben erstmal das Haus und das weitläufige Grundstück erkundet. Hier
ist es wunderschön! Somerville ist ein ruhiges, kleines Städtchen und
Sandy’s Haus liegt etwas außerhalb. Hinter dem Haus befindet sich eine
große Wiese und ein kleines Wäldchen, nebenan gibt es zwei kleine
Teiche, in denen man angeln kann (und das – dreimal dürft Ihr raten –
ist genau das, was John im Moment tut). Ansonsten haben wir hier ein
Trampolin, einen großen Swimmingpool und einen Whirlpool auf der
Terrasse.
Letzteren werde ich definitiv heute Abend nutzen, da
mein Tag heute mit einer kalten Dusche angefangen hat – und mit kalt
meine ich eiskalt! Nachdem ich mich endlich mit den verwirrenden
Armaturen in Royal Oak angefreundet hatte, war ich heute Morgen mit der
Dusche hier völlig überfordert. Meine Hilferufe hat keiner gehört (das
ist der Nachteil an einem so großen Haus) und so musste ich dann
quietschend und fluchend kalt duschen. John hatte nach mir natürlich mit
einem Handgriff warmes Wasser und alle haben sich prächtig über mich
amüsiert.
Heute wollen wir nur einen kleinen Bummel durch
Somerville machen und vielleicht Seth’s Fuhrpark testen: Er hat ein
Go-Kart, ein Minibike und zwei andere „Four-Wheelers“ mit denen man über
die Wiese heizen kann. Ansonsten muss ich erst noch austüfteln, wie ich
hier ins Internet komme – sollten alle Stricke reißen, wird Euch dieser
Bericht irgendwann von unterwegs erreichen.






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