Sonntag, 20. Mai 2012

Back in the Saddle again

Guten Morgen Welt!

In weniger als sechs Wochen geht's wieder über den großen Teich, deshalb war es höchste Zeit, unser kleines Reisetagebuch zu überarbeiten, damit wir Euch auch dieses Jahr wieder mit amüsanten Anekdoten unterhalten können.

Erinnert Ihr Euch noch an unseren USA-Trip 2010? Die ersten zwei Wochen verbrachten wir bei Johns Familie in Royal Oak, Detroit/Michigan.


Unter anderem waren wir bei der Woodward Dreamcruise (einer Autoshow), in der Great Lakes Crossing Mall, im Henry Ford Museum, bei dem Baseballspiel der Detroit Tigers gegen die Cleveland Indians, und haben einen Tagesausflug nach Mackinac Island unternommen.

Danach ging's mit unserem gemieteten Dodge Charger auf dem Dixie Highway Richtung Florida.


Unterwegs machten wir Halt bei Johns Schwester Sandy in Ohio, bei weiteren Verwandten in Kentucky und Tennessee, und verbrachten zwei geniale Tage (und Nächte) in der Country-Hochburg Nashville (ein Besuch am Grab von Johnny und June durfte natürlich auch nicht fehlen). Die letzten beiden Wochen ließen wir uns dann in Florida die Sonne auf den Bauch scheinen.


Unser erster Weg in Florida führte uns in das urige Städtchen St. Augustine, dann ging's weiter nach Palm Coast, von wo aus wir auch einen Abstecher nach Daytona Beach zum Speedway machten. Die letzten Tage unserer Reise verbrachten wir in Orlando - Magic Kingdom und die Universal Studios waren Pflichtprogramm. Die nervenaufreibende Heimreise ging dann von Orlando über Boston und Paris zurück nach K-town.

So, wie gefällt Euch denn das neue Seiten-Layout? Ich bin ja nun seit einem Jahr mit meinen Häkelkunstwerken bei blogspot unterwegs, deshalb dachte ich, dass ich für unsere USA-Seite jetzt auch einfach einen klassischen Blog anlege. Die Kommentarfunktion findet Ihr unter jedem einzelnen Beitrag, ein separates Gästebuch gibt es hier nicht (Eure alten Kommentare habe ich aber in mühsamer Kleinarbeit unter die entsprechenden Posts verschoben). Es gibt auch keine große Galerie mehr, stattdessen findet Ihr jetzt in den einzelnen Posts jede Menge Bilder in Form einer vertikalen Scroll-Galerie (z.B. Universal Studios). Ist eine super pfiffige Idee, die ich unterwegs im Internet aufgeschnappt habe, ich hoffe Euch gefällt's!

Das soll's für heute gewesen sein mit den Updates. Wir melden uns bald wieder hier mit unseren Reiseplänen für dieses Jahr. And it's gonna be LEGEN - wait for it - DARY!!!


 

Montag, 13. September 2010

Outtake No. 3: Please wait to be seated!

Von Restaurant-Regeln und Bar-Besuchen, Gartenstühlen und viel viel mehr


Eines hat sich während unserer Reise ganz schnell herauskristallisiert: Verhungern muss man in den USA garantiert nicht! Egal, worauf man gerade Hunger hat, für jeden Geschmack findet sich das richtige Restaurant – an den Food Exits der Interstates hat man meist die Qual der Wahl zwischen mehr als einem Dutzend verschiedener Fast-Food- und Restaurant-Ketten. Wenn der kleine Hunger sich meldete, sind wir meistens bei Taco Bell eingekehrt, wo es mexikanisches Fast-Food wie Burritos oder Tacos gibt. Nett sind da auch die Soßenbeutelchen (mild, hot und fire), die mit kleinen Sprüchen wie z.B. „Will you scratch my back?“ versehen sind und von denen jetzt ein paar in unserem Kühlschrank liegen.


Natürlich haben wir uns nicht ausschließlich von Fast-Food ernährt, wir waren auch häufiger in „richtigen“ Restaurants, und auch wenn ich dank meiner USA-Bücher schon bestens informiert war, war es trotzdem immer wieder eine interessante Erfahrung für mich. Direkt am Eingang steht tatsächlich in jedem Restaurant ein Schild mit der Aufschrift „Please wait to be seated!“, direkt daneben befindet sich meistens ein Pult, an dem bereits ein Angestellter darauf wartet, die Gäste an ihren Tisch zu geleiten und jedem eine Speisekarte zu überreichen. Im Texas Roadhouse befindet sich am Eingang sogar ein Wartebereich, der dem Wartezimmer einer Arztpraxis nicht unähnlich ist – mal abgesehen von den Nussschalen am Boden, da hier überall Eimer mit Erdnüssen zur Selbstbedienung stehen und es zum guten Stil gehört, die Schalen einfach auf den Boden zu werfen.

Aber zurück zum Tisch: Nachdem der Empfangsherr bzw. die Empfangsdame abgerauscht ist, erscheint sofort die eigentliche Bedienung am Tisch, stellt sich namentlich vor und nimmt die Getränkebestellung auf. Meistens wird man während des Besuchs übrigens mit „Sir“ bzw. „Ma’am“ angeredet – und wir waren weiß Gott nicht in 5-Sterne-Restaurants unterwegs! Das Studieren der Speisekarte kann einige Zeit in Anspruch nehmen, da jedes Gericht in aller Ausführlichkeit beschrieben ist, und man sich sowohl die Hauptmahlzeit als auch die Beilagen (meistens sind zwei inklusive) in verschiedenen Variationen selbst zusammenstellen kann – oft stand ich bei den Zutaten oder der Zubereitungsart völlig auf dem Schlauch, während John meistens seine Lesebrille vergessen hatte und die Karte nicht entziffern konnte.

Hat man dann die Bestellung gemeistert, gibt’s normalerweise erstmal einen Korb voller frischer und noch warmer „Biscuits“ (kleine Brötchen), wobei die Cheese-Biscuits bei Red Lobster unschlagbar sind, während die Biscuits mit Zimtbutter im Texas Roadhouse eher als Nachtisch geeignet wären. Manchmal sind bei den Getränken kostenlose Refills inklusive – bei Ruby Tuesday brachte der Kellner schon Nachschub, wenn man gerade mal die Hälfte seines Glases geleert hatte. Wobei dieser Service eigentlich durchaus angebracht ist, wenn man bedenkt, dass sich im Glas mehr Eiswürfel als Cola befinden – es sei denn, man bestellt ausdrücklich „ohne Eis“, was wir aber meistens vergessen haben.


Sobald man dann sein Essen vor sich hat, startet die Bedienung ihren Patrouillen-Gang und kommt etwa alle 30 Sekunden an den Tisch, fragt ob alles okay ist oder ob man noch weitere Wünsche hat. Wenn nach dem etwa fünften Besuch immer noch alles in Ordnung ist, erscheint meist wie von Geisterhand die Rechnung auf dem Tisch – manchmal in einem kleinen Lederbuch, manchmal in einer speziellen Halterung an der Tischkante. Die Botschaft dahinter: Essen und dann raus hier, im Wartezimmer sitzen noch andere Leute! Vermutlich sollen auch die bereits erwähnten auf „Winter“ stehenden Klimaanlagen einfach nur verhindern, dass die Leute es sich zu gemütlich machen und am Ende noch sitzen bleiben und plaudern wollen (deshalb: unbedingt Jacke mitbringen, damit man beim Essen nicht vor Kälte mit den Zähnen klappert!).

Anders als in deutschen Restaurants sind in den USA die sogenannten „Service-Kosten“ übrigens noch nicht im Preis eingeschlossen, und ein Trinkgeld von 15-20% wird generell erwartet! Gibt man kein Trinkgeld, kann das freundliche Verhalten der Bedienung laut Reiseführer schon mal in Feindseligkeit umschlagen – und dummerweise mussten wir das aufgrund eines Missverständnisses am eigenen Leib erfahren, als wir uns eines Nachts noch einen Snack bei Steak’n‘Shake in Palm Coast gönnten...
Als es ans Bezahlen ging, legte John 18 Dollar (davon etwa zwei Dollar Trinkgeld) in die dafür vorgesehene Halterung. Die überdurchschnittlich freundliche Bedienung in dem 50er Jahre Diner fragte daraufhin, ob wir Wechselgeld benötigten, was John verneinte (wobei die Frage an sich schon merkwürdig war, normalerweise wird das Geld einfach genommen, wenn der Kunde nicht ausdrücklich nach Wechselgeld fragt). Gleichzeitig bat ich um einen Plastikbecher für meinen noch halbvollen Schoko-Mint-Shake, den ich mitnehmen wollte (was in den USA so üblich ist – hier gibt’s für jedes Gericht oder Getränk passende Plastikboxen). Im Gehen fragte die Bedienung wieder, ob wir Wechselgeld brauchen, was wir wieder verneinten. Im Nachhinein haben wir uns gewundert, ob sie anstatt „do you need change?“ vielleicht „may I keep the change?“ gefragt hat, was allerdings noch blöder von ihr gewesen wäre! Das Ende vom Lied war, dass sie nach etwa zehn Minuten wieder an unseren Tisch gerauscht kam, uns mit den Worten „Here’s your cup and here’s your change“ den Becher und das Wechselgeld hingeknallt hat und ohne weiteren Gruß wieder davongestürmt ist. Natürlich haben wir ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut und sind dann auch eiligst verschwunden – das Trinkgeld haben wir selbstverständlich liegen lassen, vielleicht hat sie im Nachhinein gemerkt, dass hier irgendwo ein Missverständnis vorlag. Oder die Teenager am Nachbartisch haben es eingesteckt, wer weiß das schon.

Auch wenn man sich als Deutsche in amerikanischen Restaurants manchmal etwas fremd fühlt – besonders wenn man in seinen Hausschlappen unterwegs ist, weil man in der Hektik des Aufbruchs vergessen hat, die Schuhe zu wechseln – so ist zumindest der Besuch einer Bar auch nicht viel anders als in Deutschland. Auch in den USA herrscht normalerweise ein strenges Rauchverbot in Bars und Kneipen, nur in Nashville gibt es einige Bars, in denen ein Schild bereits am Eingang darauf hinweist, dass hier Rauchen erlaubt ist und aufgrund des Jugendschutzes der Eintritt deshalb erst ab 21 Jahren gestattet ist. Außerdem scheinen manche Kneipen dort den Umsatz ausschließlich mit dem Ausschank von Bier zu machen, so dass in der „Second Fiddle“ meine Diet Coke tatsächlich „for free“ war.


Von unserem Besuch in Eddie’s Bar in Royal Oak haben wir ja bereits kurz berichtet – es war der denkwürdige Abend mit Kimmi… Am besten beschreiben lässt sich Eddie’s Bar als Biker-Treff, aber es gab auch Karaoke, die Keno-Lottery und Shuffle-Board. Allerdings handelt es sich bei Shuffle-Board nicht um das aus Ferienclubs bekannte Spiel auf grünen Filzteppichen: das Board ist – wie der Name schon sagt – ein langes Brett aus glatt poliertem Holz, bestreut mit einer dünnen Schicht aus feinstem Sand. Auf dieser etwa hüfthohen Bahn muss man dann seine Spielsteine (ähnlich wie Eishockey-Pucks, nur aus ganz glattem Metall und mit abgerundeten Kanten) sanft entlang gleiten lassen und sie gut platzieren – je weiter vorne sie landen, desto mehr Punkte gibt es. Man muss nur aufpassen, dass man ihnen nicht zuviel Schwung mit auf den Weg gibt und sie hinten vom Brett fallen, andererseits sollte man natürlich die Steine der Gegner über den Rand ins Aus befördern – kurz und gut: ein typisches „Schlag den Raab“-Spiel.

Weniger Geschicklichkeit sondern ausschließlich Glück braucht man für die Keno-Lottery. Über Monitore in der Kneipe kann man alle paar Minuten eine lustig animierte Ziehung von etwa 15 Zahlen beobachten, die für sämtliche teilnehmenden Bars in Michigan gültig ist. Man kann jederzeit einen Tippschein ausfüllen und dabei die Einsatzhöhe, die Anzahl der getippten Zahlen und weitere Sonderoptionen selbst wählen und ist dann bei der nächsten Ziehung dabei. Wir haben ein paar 2-Dollar Spiele mitgemacht, mal gewonnen, mal verloren, und am Ende nichts dabei verdient.

Von dem Abend in Toby Keith’s Bar haben wir auch bereits berichtet, und scheinbar muss man als Country-Star wohl seine eigene Kneipe haben, denn in Nashville stießen wir auf die Bars von Dolly Parton und Charlie Daniels, in Orlando gibt es Jimmy Buffett’s „Margaritaville“. Das Beste in dieser Bar waren allerdings nicht die wunderbaren Frozen Margaritas oder die geniale Band, sondern die Raucherzone direkt vor dem Eingang. Hier stehen sogenannte Adirondack Chairs, bunt bemalte Gartenstühle aus Holz, die aufgrund ihrer Form so bequem sind, dass man eigentlich gar nicht mehr aufstehen mag (oder kann, weil man irgendwie ziemlich tief sitzt). Spaßeshalber haben wir mal die Margaritaville-Website besucht und festgestellt, dass man so einen Stuhl dort sogar bestellen kann – für 349,59 Dollar plus 75 Dollar Versand, wobei der Versand nach Europa bestimmt um Einiges teurer wäre. Wie dem auch sei, leider kann man nach einem vierwöchigen USA-Urlaub nicht gerade mit der Kohle um sich werfen und schon gar nicht für einen Gartenstuhl; das muss wohl warten, bis wir irgendwann mal zuviel Geld übrig haben – oder um es mit den Worten der Amerikaner zu sagen: „Please wait to seated!“


 

Sonntag, 12. September 2010

Outtake No. 2: Country Roads, Take Me Home...

Von Highways und Interstates, Road-Signs und viel viel mehr


Zwei Dinge waren für unseren mehr als 3500 Kilometer langen Roadtrip von unschätzbarem Vorteil: Sally, das Navi mit amerikanischem Kartenmaterial, und Johns Mitgliedschaft im ADAC. Ist man Mitglied beim ADAC, kann man sich entweder noch in Deutschland oder dann vor Ort kostenlos eine Karte von AAA (dem amerikanischen Pendant) holen und gilt dann als vollwertiges Mitglied mit sämtlichen Vorteilen die AAA in den USA bietet – den Pannendienst mussten wir gottseidank nicht in Anspruch nehmen. Selbstverständlich kann man sich kostenlos sämtliche benötigten Karten holen, außerdem die jährlich neu erscheinenden „Tourbooks“ zu jedem beliebigen Bundesstaat. In diesen Büchern findet man nicht nur weitere Karten, sondern auch detaillierte Beschreibungen der wichtigsten Städte und Sehenswürdigkeiten, sowie genaue Adressen und weitere nützliche Tipps.

Das Beste an den Tourbooks ist jedoch die Auflistung und Beschreibung von Hunderten von Hotels in den entsprechenden Orten und Umgebung – und was man als AAA-Mitglied sparen kann. Letzteres war allerdings weniger wichtig, da man eigentlich in jedem Hotel und bei jedem Eintritt in Museen oder Parks mit AAA spart, selbst wenn es manchmal nur zwei Dollar pro Person sind. Mag wenig erscheinen, aber wenn man zwei Wochen lang in verschiedenen Hotels übernachtet und auch sonst noch Einiges unternimmt (die Country Music Hall of Fame, die Daytona 500 Experience, die Überfahrt nach Mackinac Island für fünf Personen…), läppert sich das schon zusammen. In der Praxis sah das so aus, dass wir uns vorab immer über die Sehenswürdigkeiten in der Gegend – und wo diese zu finden sind – informierten, dann ein Hotel in der Nähe heraussuchten, das unseren Ansprüchen an die Ausstattung genügte und im preislichen Rahmen lag, und schließlich mit Hilfe von Sally eine punkt- und zeitgenaue Landung hinlegten.


Unterwegs in Hotels zu übernachten ist in den USA viel unkomplizierter und günstiger als in Europa – zum einen hat man an auch an der unbedeutendsten Ausfahrt die Wahl zwischen mindestens fünf verschiedenen Hotels, zum anderen bezahlt man hier nicht pro Person sondern pro Zimmer: am teuersten nächtigten wir mit 80 Dollar (für das Zimmer) im Best Western in Kentucky (Foto links), die günstigste (und dennoch sehr schöne) Unterkunft war das Microtel in Palm Coast mit 46 Dollar pro Nacht, was nicht mal 20 Euro pro Person sind!

Meistens hatten die Hotels sogenannte „exterior corridors“, das heißt der Zugang zum Zimmer war direkt vom Hof aus, wie man es aus dem Fernsehen kennt. Man konnte bequem mit dem Auto vor der eigenen „Haustür“ parken oder es gab – wie im Best Western in Orlando – eine Außentreppe zum Zimmer. Nur im Sleep Inn in Valdosta und im Microtel in Palm Coast waren unsere Zimmer über einen Flur innerhalb des Gebäudes zu erreichen, so wie in den meisten europäischen Hotels. Ein richtiges Frühstück ist im Preis normalerweise nicht dabei, allerdings gibt es meistens Kaffee und Orangensaft, ein bißchen trockenes Gebäck, Cornflakes und Toast mit Marmelade – wenn man nicht zu anspruchsvoll ist und sowieso nicht viel Zeit für ein ausgiebiges Frühstück hat, reicht das aber auch. Die Ausstattung war überall gleich: Badewanne/Dusche mit WC, Klimaanlage, Fernseher, Kühlschrank, Kaffeemaschine und Pulverkaffee, Bügeleisen und Bügelbrett, Föhn und freier Internetzugang im Zimmer.


Meistens gab es W-LAN, nur im Best Western in Orlando hatten wir ein Kabel, das extra mit einem Schild als Internetkabel ausgewiesen war, jedoch nicht funktionierte, weil – so vermuteten wir – der Stecker nicht richtig im Laptop-Anschluss einrastete. An der Rezeption versprach man uns, gleich die Techniker mit einem anderen Kabel zu uns zu schicken, und so gingen wir wieder auf unser Zimmer, um zu warten – währenddessen untersuchten wir nochmal das Kabel, entdeckten, dass es nicht nur nicht richtig passend sondern auch überhaupt nicht angeschlossen war, und dass ein anderes – passendes und verbundenes – Kabel einfach blöd am Boden unter dem Schreibtisch lag. John wollte daraufhin bei der Rezeption anrufen, um die Techniker abzubestellen, dummerweise war das Telefon tot. Auf unserem erneuten Weg zur Rezeption sind wir dann auf der Treppe den Technikern direkt in die Arme gelaufen, die dann auch sofort den Kabelsalat sortiert, das Telefon angeschlossen und überflüssige und kaputte Kabel entsorgt haben. Gemeinsam wunderten wir uns, warum manche Hotelgäste sich scheinbar einen Spaß daraus machten, wie wild die Kabel zu vertauschen um die nächsten Besucher zu irritieren – ich werde das bei nächster Gelegenheit auch mal probieren.

Während ich mich dann am Abend mal wieder mit dem Laptop beschäftigte, geriet John prompt in die Pay-TV-Falle. Er zappte bis zu der Meldung, dass der Film (eine Komödie, nicht was ihr denkt!) 16 Dollar kostet und das man zum Verlassen dieses Bereichs die Menü-Taste drücken sollte. Nach Drücken der Menü-Taste kam die nächste Meldung, nach dem Motto: Herzlichen Glückwunsch, der Film startet jetzt und scheißegal ob Sie jetzt sofort den Fernseher ausschalten: 16 Dollar sind futsch. John hat trotzdem sofort den Fernseher ausgeschaltet und mit einem erneuten Anruf bei der Rezeption den Vorfall geschildert und sichergestellt, dass die 16 Dollar NICHT futsch waren, was auch tatsächlich problemlos geklappt hat.

Trotz der kleinen Schwierigkeiten am Anfang war unser letztes Hotel dennoch eine schöne Unterkunft mit freundlichem und hilfsbereitem Personal und einer wunderbaren Poolanlage, wo wir auch einmal einen faulen sonnigen Nachmittag verbracht haben und dabei die Bekanntschaft einer netten Familie aus der Nähe von München machten. Irgendwie war es schon komisch, plötzlich wieder jemanden deutsch sprechen zu hören – wenn man bedenkt, dass wir sogar das Navi auf Amerikanisch gestellt hatten (die deutsche Stimme war viel zu autoritär, ähnlich wie in den Werbespots für diese Domina-Sexhotlines).


Die englisch sprechende Sally erwies sich dann die ganze Zeit über als treue Seele, die nur ganz selten mal solche Sperenzchen machte wie in Nashville, als sie uns aufforderte, mitten auf einer riesigen Brücke links abzubiegen – in den Fluss, Madame?? Aber Sally lernt ja zum Glück aus ihren Fehlern und am nächsten Tag wollte sie uns an der gleichen Stelle schon nicht mehr versenken – außerdem würde im Straßenchaos von Nashville wohl jeder durchdrehen, man denke beispielsweise nur an unsere verzweifelte Suche nach der Mall!

Abgesehen von diesem Negativbeispiel sind die Straßensysteme und v.a. die Beschilderungen bei Weitem nicht so schlecht, wie es in unserem Reiseführer angekündigt war. Rechtzeitig vor jeder Ausfahrt gibt es außerdem mehrere „Food“-, „Gas“- oder „Lodging“-Schilder, die die dort vorhandenen Restaurants, Tankstellen und Hotels auflisten – entsprechende Billboards machen schon einige Meilen vorher Werbung.

Etwas seltener als die Food-Exits sind die Rest-Areas, die man vor allem im Süden früher angeblich schon etliche Meilen im Voraus gerochen haben soll. Jetzt sind es kleine idyllische Oasen der Ruhe (Foto), ausgestattet mit Toiletten, die meist moderner und sauberer sind als in den Restaurants. Leider mussten wir mehr als einmal die Erfahrung machen, dass es grundsätzlich meilenweit keine Rest-Areas mehr gab, wenn man dringend mal eine gebraucht hätte.


Obwohl ich meinen internationalen Führerschein dabei hatte, ist John die ganze Strecke alleine gefahren, und hat ganz brav die Tempolimits von 55 bis 70 mph „nur geringfügig“ überschritten (und wurde dabei gottseidank nicht erwischt). Ich vertrieb mir derweilen die Zeit mit dem Studieren der Tourbooks und Couponheftchen, der Ausarbeitung unserer Berichte und dem Knipsen zumeist grottenschlechter Fotos aus dem fahrenden Auto heraus.


Dieses Verhängnis nahm seinen Lauf, als wir die erste Staatsgrenze passierten und ein freundliches „Welcome to Ohio“-Schild uns auf neuem Territorium begrüßte – dummerweise hatte ich die Kamera nicht griffbereit, und John weigerte sich standhaft, die nächste Ausfahrt zu nehmen und nochmal zurückzufahren. In Kentucky hat es besser geklappt, da Sandy uns vorher genau beschrieben hatte, wann das Schild auftaucht.


Ab da habe ich dann akribisch die Landkarte mit den Staatengrenzen studiert, die Kamera war an der richtigen Stelle schussbereit und John ist immer extra langsam auf das entsprechende Schild zugefahren und hat mitgefiebert – ich habe kein einziges verdammtes Willkommensschild mehr erwischt. Anstelle von Grüßen aus Tennessee, Georgia und Florida gab es wunderbare Aufnahmen vom blauen Himmel, einem Brückenpfeiler oder vom Innenraum unseres Autos.

Schlimmer als die Aussicht, wieder ein Schild zu verpassen, war für mich irgendwann allerdings die Furcht vor Johns fassungslosem Unverständnis – während er am Anfang meinen Eifer bezüglich der Willkommensschilder noch belächelt hatte, entwickelte er gegen Ende mehr Ehrgeiz als ich und konnte einfach nicht glauben, dass ich es jedesmal verbockt habe. Zitat: „Hast es wieder net erwischt, oder? ... DES GIBT’S DOCH NET!!!“ Glücklicherweise lief bestimmt kurz darauf mal wieder John’s Urlaubs-Favorit „This ain’t nothing“ im Radio (dieser Song wurde etwa einmal pro Stunde im Country-Channel gespielt), so dass John wieder bester Dinge war.

Wie man Radiostationen nach Stilrichtungen sucht und abspeichert, hatten wir schon herausgefunden, bevor wir den Alamo-Fuhrpark am Flughafen in Detroit verließen. So konnten wir während unserer späteren Fahrt je nach Lust und Laune zwischen zwei Country-, drei Rock- und einem Oldiesender (60s on 6) wechseln und auf Knopfdruck wurden außerdem Titel, Interpret und Veröffentlichungsjahr im Display angezeigt. Überhaupt waren wir – insbesondere John – sehr glücklich mit unserem Dodge Charger mit Nummernschild aus Illinois, und sowohl Abholung als auch Rückgabe des Autos klappten problemlos.


Laut des bereits im Reisebüro abgeschlossenen Alamo-Mietvertrages stand uns ein Full-Size 4-Türer wie beispielsweise ein Chevrolet Impala zur Verfügung und vor Ort konnten wir uns dann aus etwa 20 verschiedenen Autos unterschiedlicher Marken unseren Favoriten aussuchen. Abgesehen von unserem Dodge und einigen Impalas standen da auch mehrere seltsam kastenförmige KIAs herum und John berichtet gerne, dass ich eigentlich am liebsten einen KIA genommen hätte – nur weil ich aus weiter Ferne dachte, dass es ein geräumiger Van ist, was sicherlich praktisch gewesen wäre. Aus der Nähe betrachtet war’s dann doch nur ein kleiner, seltsam kastenförmiger KIA (den ich natürlich NICHT wollte, nur für’s Protokoll).

Während die Amerikaner über die gestiegenen Benzinpreise jammern, freuten wir uns über die nicht ganz 40 Dollar (etwa 30 Euro), die wir für eine volle Benzinladung zahlen mussten – das teuerste an der ganzen Autogeschichte war die vor Ort zu zahlende Einweggebühr, da wir das Auto nicht zurück nach Detroit gebracht sondern in Orlando abgegeben haben. Aber anstatt der bereits bei Vertragsabschluss angekündigten, happigen 500 Dollar waren’s dann doch „nur“ 360 Dollar Gebühr, die später der Kreditkarte belastet wurden. Bei der Rückgabe direkt in der Tiefgarage des Flughafens in Orlando musste man nur den Schlüssel abgeben und das war’s auch schon – good bye, ihr Highways und Interstates. So long, endlose Weiten. See ya, grenzenlose Freiheit. Und guten Tag, liebe deutsche Autobahn, die uns den Geschwindigkeitsrausch ermöglicht – wir haben Dich (ein bißchen) vermisst!


 

Samstag, 11. September 2010

Outtake No. 1: Only in America...

Von grünen Zahnstochern und Bauchnabelbürsten, lustigen Gummis und viel viel mehr



Immer wenn jemand aus unserer Familie auf Reisen geht, lautet der Standardspruch meines Vaters: „Und bringt fei grüne Zahnstocher mit!“ Bisher ist noch niemandem dieses Unterfangen geglückt, umso zuversichtlicher waren wir, in den USA die grünen Zahnstocher (aus Holz, nicht aus Plastik) zu finden – hier gibt’s doch schließlich alles, oder? Dummerweise haben wir in den ersten Wochen nicht akribisch genug gesucht, denn kaum hatten wir Michigan verlassen, meldete sich Lucretia bei uns, um zu sagen, sie hätte grüne Holz-Zahnstocher in einem Supermarkt gesehen. Von dem Moment an war natürlich insbesondere Johns Ehrgeiz geweckt, wobei die Herausforderung hauptsächlich darin bestand, in einem riesigen amerikanischen Supermarkt das entsprechende Regal zu finden – oder wüsstet Ihr auf Anhieb, wo man da nach Zahnstochern suchen soll? (Meistens waren sie nicht weit von Backpapier, Alupfannen, Servietten und Strohhalmen – nur falls jemand auf seiner nächsten USA-Reise mal dringend Zahnstocher benötigen sollte).

Ganz besonders schlimm wurde es an unseren letzten beiden Tagen in Florida, da John nun langsam die Torschlusspanik überkam: Egal ob Tankstelle, kleiner Drugstore oder Riesensupermarkt: überall wurde jetzt Halt gemacht, um die verdammten Zahnstocher zu finden. Leider wurden unsere Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt – es gab entweder nur die ganz einfachen aus Holz oder Grüne aus Plastik, was umso bedauerlicher war, da wir nun ja wussten, dass es die Dinger tatsächlich in Amerika gibt. Allerdings scheint mein Vater auch von unserem Alternativgeschenk „for the person who has everything“ hellauf begeistert zu sein, das wir in Nashville gefunden haben: Eine Fusselbürste für den Nabel, mit einem kleinen Bürstenkopf aus kuscheligem rotem Plüsch – wenn das mal kein gelungener Ersatz ist!

Es gab aber auch allerhand andere witzige und nützliche Sachen, die es vielleicht auch in Deutschland geben mag, wir allerdings hierzulande noch nicht entdeckt haben. Als besonders praktisch vom ersten Tag an erwiesen sich sogenannte Bottle Tops, Flaschenhälse aus Plastik mit Verschluss, die man auf Getränkedosen anbringen kann. Anders als bei uns gibt es in Amerika Getränke noch hauptsächlich in Dosen, die zusammen mit Papier, Restmüll und Plastik alle im gleichen Mülleimer landen – nur in Michigan gibt’s Pfand auf die Dosen, so dass sich das getrennte Sammeln lohnt.

Mit den Bottle Tops wird nicht nur das Trinken aus der Dose angenehmer, auch das Getränk wird nicht so schnell fad, außerdem können keine Wespen reinschlüpfen und zudem kann man die Dose auch bequem im Auto transportieren, ohne etwas zu verschütten. Wenn man allerdings einen undichten Verschluss oder eine leicht verbeulte Dose erwischt, kann’s schon mal ne etwas größere Schweinerei im Auto geben (wir wissen das aus Erfahrung). Besonders wichtig ist auch, dass man die Dose öffnet, bevor man den Bottle Top anbringt (da das Teil bombenfest sitzt und nur schwer wieder zu lösen ist – die Dose bleibt dabei nur selten heil). Außerdem sollte man beim Aufstülpen des Kopfes sehr behutsam vorgehen, John ist bei seinem ersten brachialen Versuch abgerutscht und hat sein ganzes Mountain Dew über den Küchentisch (und seine Mutter) verteilt. Insgesamt waren die Bottle Tops jedoch angenehme und nützliche Begleiter während unserer gesamten Reise.

Nützliche Begleiter sind für viele Frauen sicherlich auch solche Handtaschen, wie Sandy eine hat: die Basistasche ist – vermutlich – mit Metallfäden durchzogen, die verschiedenen Ummantelungen sind magnetisch und können jederzeit ausgetauscht werden, so dass die Handtasche farblich und stylisch immer zur Kleidung passt und man sich das Umräumen des Tascheninhaltes erspart. Gottseidank bin ich nicht so sehr auf Handtaschen abgerichtet, sonst hätten wir der Zahnstocher-Suche noch eine weitere Mission hinzufügen müssen.

Was man nicht suchen muss, weil es das an jeder Ecke gibt, sind die sogenannten Silly Bands, scheinbar der letzte Schrei in den USA. Dabei handelt es sich um dünne Gummiarmbänder in Quietschfarben und allen erdenklichen Formen, ob Tier-Silhouetten, Sterne, Buchstaben oder die Umrisse von Disney-Figuren – zu jedem Thema gibt es verschiedene Beutelchen mit ca. zehn Bändern zu kaufen, und das wirklich überall! Schön sind sie nun wirklich nicht, aber wir haben Hanna mal zwei Tütchen mitgebracht – sollte dieser seltsame Trend nach Deutschland schwappen (wovon auszugehen ist, bei der Rewe soll’s schon welche geben), wird sie eine der Vorreiterinnen sein – und ihr scheinen sie ja zu gefallen.


Über die riesige Auswahl unterschiedlicher Lebensmittel braucht man eigentlich gar nicht weiter zu reden. Jedes Mal, wenn wir mit hängenden Köpfen aus dem Zahnstocher-Gang geschlichen sind, wollte John noch einen Abstecher zu den Süßigkeiten machen. Die perverseste Ausbeute war einmal eine riesige Sammeltüte mit 22 einzeln verpackten Mini-Chipstüten verschiedener Marken und Geschmacksrichtungen (die sich für den kleinen Hunger zwischendurch dann allerdings doch als ganz brauchbar herausstellten). Für John waren die Ausflüge in die Süßigkeitenabteilungen wie eine Stippvisite im Schlaraffenland und ich machte erstmals Bekanntschaft mit so Sachen wie Cracker-Jacks und Life Savers. Überwältigend fand selbst John die riesige Auswahl an Popcorn in sämtlichen Variationen, während ich wahrscheinlich die Poptarts (die bereits erwähnten Kekse für den Toaster) am meisten vermissen werde.

Wir haben natürlich eingekauft wie die Weltmeister, und so kann auch die Beschäftigung mit dem Wechselgeld zu einem interessanten Zeitvertreib werden. So wie man bei uns mal gelegentlich aus Langeweile einen Blick auf die Münzen wirft, um zu sehen, aus welchem Euro-Land sie stammen, kann man in den USA die Quarters (25 Cent Stücke) unter die Lupe nehmen. Manche haben nur das Symbol der Vereinigten Staaten auf der Rückseite, andere sind sogenannte State-Quarters mit typischen Symbolen der verschiedenen Bundesstaaten – bei Michigan sind beispielsweise die Großen Seen abgebildet. Eigentlich wollten wir die State-Quarters der von uns besuchten Staaten sammeln, haben dieses Hobby allerdings auch nicht leidenschaftlich genug betrieben, so dass uns immer noch Kentucky fehlt. Mittlerweile schmieden wir schon die nächsten Reisepläne – und beim nächsten Mal haben wir dann hoffentlich die State Quarters von Arizona, Nevada und Kalifornien im Gepäck. Und definitiv die grünen Zahnstocher...


Freitag, 10. September 2010

Back in K-Town

Krausenbechhofen/Bayern. Von Reisestrapazen und Sprachbarrieren, missglückter Völkerverständigung und mehr

Wie Ihr seht, sind wir wieder heil zu Hause angekommen – nach einer langen, nervenaufreibenden Heimreise. Als wir in Boston in das Flugzeug nach Paris stiegen, war die Laune eh schon etwas getrübt (Nikotinentzug und die Aussicht auf weitere sechs Stunden ohne Zigarette). Eigentlich hatten wir für den Rückflug Plätze in einer Zweierreihe reserviert, so dass wir sowohl am Fenster als auch am Gang sitzen (wie bei der Hinreise). Dummerweise wurde ja unsere Heimflugroute geändert, so dass wir plötzlich nicht mehr mit KLM unterwegs waren sondern den Händen von Air France ausgeliefert waren. Die Maschine hatte eine 3-4-3-Sitzaufteilung, wir saßen in der Viererreihe – und zwar genau mittig. Kein Fenster, kein Gang, eingepfercht wie Schlachtvieh, an Schlaf war nicht zu denken. Ich war ziemlich angenervt (habe die Situation aber schweigend hingenommen), während John lauthals schimpfend auf sich aufmerksam machte – das F-Wort fiel auch mehrmals.

Als besonders störend empfanden wir die bekannte Auffassung der Franzosen, dass ihre Sprache die einzig gültige ist, und wer diese nicht beherrscht, hat halt Pech gehabt. Sämtliche Durchsagen waren auf Französisch, dann gab es eine knappe und zudem leider völlig unverständliche englische Übersetzung, das war’s dann (hätte der Flieger spontan Kurs auf Timbuktu genommen, wir hätten nichts davon mitgekriegt). Es gab einen Film (Prince of Persia) und eine Arte-mäßige Dokumentation über den Fußballnachwuchs in Frankreich – ein Kanal war natürlich auf Französisch, der andere englisch synchronisiert, allerdings ohne den Originalton auszublenden, so dass man wieder kein Wort verstanden hat. Außerdem gab es noch acht Radiostationen die ausschließlich französische Musik gespielt haben, egal ob Pop, Chansons oder Easy Listening (Rock gibt’s bei denen scheinbar gar net) – alles wurde in Landessprache gesungen.

Gerade als wir uns über diese Unsitte der Franzosen aufregten, anderen ihre Kultur aufzuzwingen, wurde das Essen serviert. Ich wurde von der Stewardess im rechten Gang bedient, die – oh Wunder – tatsächlich fragte, ob man „beef“ oder „fish“ wollte. Kurz darauf wendete sich der Flugbegleiter im linken Gang an John und fragte im tiefsten nasalen Französisch „le boeuf ou le poisson, Monsieur?“, woraufhin John stirnrunzelnd und voller Verachtung „I asume you just asked me if I wanted the beef or the fish“ antwortete und noch ein „I want the beef!“ hinterherbellte. Eine göttliche Situation die – zumindest mir – die gute Laune zurückbrachte.

Nach den längsten sechs Stunden unseres Lebens waren wir dann endlich in Paris, das freundliche „A bientot“ auf dem Monitor quittierte John – dann schon deutlich besser gelaunt – mit einem trockenen „Ja, ich bien jetzt auch tot.“ Dann eilten wir (den französischen Schildern folgend) zum nächsten Terminal und schon ging’s weiter nach Nürnberg – wieder mit Air France, aber diesmal hat der Flug nur eine Stunde gedauert und war somit leichter zu ertragen. In Nürnberg wurden wir von meinem Vater und zu Hause dann von meiner Mutter herzlich in Empfang genommen, und dann ging’s nach einem insgesamt fast 24-stündigen Heimreise-Marathon erstmal für ein paar Stunden in die Falle.

So, das war’s erst einmal mit der Live-Berichterstattung unserer USA-Reise, wir danken Euch für Euer Interesse, das Lob und die aktive Teilnahme! Aber selbstverständlich ist hier noch nicht Schluss, wir haben noch jede Menge Material und auch Bilder für ein paar „Outtakes“, die wir in unseren Berichten aus Zeitmangel noch nicht ausführlicher beschreiben konnten. Schaut also gelegentlich mal wieder hier vorbei, es gibt noch viel zu berichten!

Merci et a bientot,


Donnerstag, 9. September 2010

Boston Coffee Party

Boston/Massachusetts. Von alten Freunden und Nikotinentzug, Abwarten und Kaffeetrinken, Erdnüssen und mehr


So, der erste Teil des Unternehmens Heimreise hat ganz gut geklappt. Nach zweieinhalb Stunden Flug sind wir hier am Boston Logan Airport angekommen. Kurz vor dem Abflug in Orlando hatte John einen Geistesblitz, packte den Laptop aus, suchte eine Telefonnummer in Boston heraus, und so sitzen wir jetzt mit John’s altem Freund Mack im Flughafen und trinken Kaffee. Wir müssen ja noch ein paar Stunden totschlagen, bis wir in den Flieger nach Paris steigen. Hoffentlich gibt es dann wenigstens was Anständiges zu Essen! Wir sind heute ja schon um 6 Uhr aufgestanden und hatten nur Poptarts zum Frühstück (das sind etwas größere Kekse in verschiedenen Geschmacksrichtungen, die erst richtig gut sind, wenn man sie in den Toaster steckt - den wir leider nicht hatten). Im Flugzeug gab's dann als "Snack" zwei winzige Beutelchen Erdnüsse (12g) pro Person. Mir kam's gleich etwas spanisch vor, als John den Inhalt seines Tütchens vor sich ausbreitete, drum haben wir die Erdnüsse gezählt - ich hatte nur 29 halbe Nüsse, John tatsächlich 45! Von wegen 12 Gramm!

Mittlerweile haben wir den dummen Fehler gemacht, durch die erste Passkontrolle zu gehen (weil die Schlange so lang war) und hängen nun hier seit einer Stunde vor dem Gate herum. Es dauert eine weitere Stunde bis zum Boarding, und hier gibt es keine Raucherzonen - ersatzweise hat sich John gerade auf die Jagd nach Pringles begeben. Langsam wird der Akku leer, drum klapp ich jetzt mal den Laptop zu und widme mich auch den Pringles.

Letzte Grüße aus den USA,

Mittwoch, 8. September 2010

Aaaaaand... A C T I O N ! ! !

Kissimmee, Orlando/Florida. Von Actionstars und Comic-Helden, Aliens und mehr


Unseren letzten großartigen Tag hier in den USA haben wir heute in den Universal Studios verbracht – und es war ein würdiger Abschied vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten!
In den Universal Studios gibt es verschiedene 3D/4D Themen-„Rides“, in denen man in beweglichen Sitzen herumgeschleudert wird und immer hautnah im Zentrum der Action ist.
So haben wir beispielsweise zusammen mit Arnie die Welt vor den Terminators gerettet oder als „Men in Black“-Rekruten mit Laserpistolen auf Aliens geschossen. In der U-Bahn von San Francisco sind wir bei einem Erdbeben nur knapp dem Tode entronnen und kurz darauf haben wir Shrek und seinen Freunden geholfen, seine geliebte Fiona aus der Hand des Bösewichts zu befreien.
Am besten gefallen hat uns aber der Simpsons-Ride – hier ging es auf eine virtuelle Achterbahnfahrt durch Krustyland, während wir von einem mordslüsternen Sideshow Bob verfolgt wurden. Außerdem haben wir eine Performance der Blues Brothers genossen und saßen bei Beetlejuice’s Graveyard Revue in der ersten Reihe.


Unterm Strich war’s zum Abschied nochmal ein sehr gelungener Tag hier in Orlando. Auch wenn man sich Disney World (zumindest Magic Kingdom) sparen kann, sind die Universal Studios allemal einen Besuch wert – und wenn Ihr uns dann mal in unserer Bed&Breakfast-Pension in St Augustine (oder Palm Coast) besucht, ist’s ja nur ein Katzensprung bis dahin.

Morgen früh heißt’s leider schon wieder bye bye, USA. Wir fliegen nicht wie geplant über Detroit und Amsterdam zurück, sondern über Boston und Paris. Leider müssen wir in Boston mehrere Stunden auf unseren Anschlussflug warten, aber vielleicht gibt’s ja da nen Hotspot, so dass wir euch noch mal einen kleinen Gruß schicken können. Falls nicht, sehen wir uns ja bald wieder – in good old Germany…